Das Zimmer meines Sohnes

    Aus Film-Lexikon.de

    In Ancona, einer mittelgroßen Stadt an der Adria, führen Giovanni und Paola mit ihren beiden heranwachsenden Kindern, der Tochter Irene und dem Sohn Andrea, ein relativ sorgenfreies und harmonisches Familienleben. Giovanni ist Psychoanalytiker. In seiner Praxis in der Wohnung werden ihm Neurosen offenbart, die in scharfem Kontrast zu seinem eigenen wohlgeordneten Dasein stehen. Giovanni pflegt zahlreiche Gewohnheiten - oder sind es vielleicht sogar Manien -, die seinem Leben Halt geben. Er liest, hört Musik, zieht sich überhaupt gerne zurück und joggt unermüdlich durch die Stadt. Eines Sonntag morgens erhält Giovanni von einem seiner Patienten einen Anruf mit der Bitte um einen Hausbesuch. Offenbar ein dringender Fall und so kann er mit seinem Sohn Andrea nicht, wie verabredet, joggen gehen. Andrea beschließt mit seinen Freunden einen Tauchgang zu unternehmen. Er wird nicht mehr zurückkehren.



    Filmstab

    Regie Nanni Moretti
    Drehbuch Nanni Moretti, Linda Ferri, Heidrun Schleef
    Vorlage Nanni Moretti
    Kamera Giuseppe Lanci
    Schnitt Esmeralda Calabria
    Musik Nicola Piovani
    Produktion Angelo Barbagallo, Nanni Moretti für Sacher Film

    Darsteller

    Giovanni Nanni Moretti
    Paola Laura Morante
    Irene Jasmine Trinca
    Andrea Giuseppe Sanfelice
    Oscar Silvio Orlando
    Raffaella Claudia Della Seta
    Stefano Abbati
    Tonio Bertorelli
    Dario Cantarelli

    Kritiken

    Blickpunkt Film: Ein kongenial verfilmtes Drama, ein berührendes Meisterwerk! "Das Zimmer meines Sohnes" ist Nanni Morettis reifstes Werk. Ohne falsche Töne gelingt die Gratwanderung zwischen heiterer Leichtigkeit und tiefster Trauer.Kein Film in Cannes wühlte die Gemüter so auf, nirgends flossen mehr Tränen. Nie schlägt jedoch die Emotionalität in Kitsch oder Sentimentalität um. Es sind Kleinigkeiten, die diesen Film groß machen, Momente, die man nie vergisst.Eine französische Zeitung forderte nicht nur die Palme d'Or, sondern gleichzeitig die Palme du Coeur (Herzens-Palme). Mit Recht! Auf nachvollziehbare und hochemotionale Weise aufbereitet.

    Filmecho: "Das Zimmer meines Sohnes" von Nanni Moretti hat einhellig die Herzen der Festivalbesucher erobert. Ein Hollywoodfilm hätte hier alle Register eines großen Seelendramas gezogen, aber Moretti erreicht die Gefühle der Zuschauer viel nachhaltiger, gerade weil er nicht vordergründig an sie appelliert, sondern mit fast spielerischer Leichtigkeit an die Schönheiten des Lebens erinnert.

    Die Zeit: "Das Zimmer meines Sohnes" hat viele in Cannes zu Tränen gerührt.