Das Netz (Dokumentarfilm, 2004)

    Aus Film-Lexikon.de

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    1930 erschüttert der Wiener Mathematiker Kurt Gödel mit seinen Unvollständigkeitssätzen die Grundlagen der Mathematik. Er weist nach, dass es in jedem formal - logischen System Probleme gibt, die nicht lösbar und entscheidbar sind. Die Wahrheit ist der Beweisbarkeit überlegen.

    Zwischen 1978 und 1995 erschüttert eine Serie von Bombenanschlägen die USA. Ziele der Brief- und Rohrbomben sind Manager großer Fluggesellschaften und Wissenschaftler verschiedener Eliteuniversitäten. Den Täter tauft das FBI "Unabomber", ein Computerkürzel aus "Universities" und "Airlines". 1996 verhaftet das FBI den ehemaligen Mathematikprofessor Ted Kaczynski. Warum wird ein Mathematiker anscheinend zum Terroristen?

    Die Suche nach einer Antwort führt zurück in die 40er bis 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wo sich in Wissenschaft, Kunst und Technologie die Horizonte plötzlich nach allen Seiten zu öffnen scheinen. Mit Kybernetik, Systhemtheorie, Multimediakunst und neuen Konzepten in Psychologie und militärischer Forschung werden die Fundamente der Moderne neu gesetzt. Das ist die Basis für heute weltweit vernetzte Maschinensysteme, deren Wesen von Mathematik, Logik und binären Codes bestimmt wird.

    Der Film zeigt Konstrukteure, Maschinisten und Agenten dieser Systeme. Einer steigt aus, und versucht die Maschinen zu stoppen ...



    Filmstab

    Regie Lutz Dammbeck
    Drehbuch Lutz Dammbeck
    Kamera Thomas Plenert, Istvan Imreh, James Carman
    Schnitt Margot Neubert-Maric
    Musik Jörg U. Lensing
    Produktion Lutz Dammbeck

    Darsteller

    Sprecherin Eva Mattes
    Sprecher Thomas Vogt
    Stewart Brand
    John Brockman
    Lutz Dammbeck
    Butch Gehring
    David Gelernter
    Theodore John Kaczynski
    Ken Kesey
    Timothy Leary

    Kritiken

    Jury-Begründung des EMAF Award: Einstimmig haben wir uns für Das Netz entschieden: eine intellektuelle Achterbahnfahrt durch Kunst, Technologie, Philosophie, Politik, Psychologie, Soziologie, die uns stark beeindruckt und zugleich verunsichert hat. Sie ist gegen eine eindimensionale Lesart resistent, weil sie - obwohl im linearen Medium des Films umgesetzt - eine nicht-lineare Rezeption auslöst. Der Film ist ein enormer Katalysator für interdisziplinäre Assoziationen - für ein Netz im Kopf, das wahrzunehmen einen plötzlich überrascht.


    Wertungen

    0 Sterne
    0 Bewertungen
    Original Das Netz
    Jahr/Land 2004 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Laufzeit 115 Minuten
    Kinostart 13. Januar 2005