Cycles of Porn: Sex/Life in L.A., Part 2

    Aus Film-Lexikon.de

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    1997 habe ich eine Gruppe von Männer filmisch begleitet, die auf künstlerische und kommerzielle Weise mit ihrem Körper arbeiteten. Darus entstand der Film SEX/LIFE IN L.A. (1998). Einige von ihnen habe ich bis heute immer wieder getroffen. Zum Beispiel den Einzelkämpfer Kevin Kramer, den reifen Shootingstar Cole Tucker, den „American Boy next Door“ Matt Bradshaw, sowie Freunde des Gelegenheitsmodels John Garwood, der bereits 1998 nach einer Überdosis Heroin und Crystal tot aufgefunden wurde.

    Manche haben mittlerweile sehr erfolgreiche Karrieren hinter sich, andere haben das Sexbusiness bereits verlassen und sind nach Hause zurückgekehrt, ganz weit weg von L.A.. Auch heute versuchen junge Männer in einer Mischung aus Abenteuerlust und narzistischem Antrieb der „Industry“ ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Im Namen des Sex - wobei die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Sex verfliessen. Denn Porno ist aus dem Leben des Durchschnittsschwulen nicht mehr wegzudenken.

    Doch die Zeit zum Träumen ist vorbei und Konsumenten, Models und Produzenten verfolgen nicht unbedingt die gleichen Interessen. Es ist eine Mischung aus Selbstausbeutung und unbewusstem ausgebeutet werden. Das schwule Leben und die gesamte Branche haben sich inzwischen weiter professionalisiert und kommerzialisiert. Und so beginnen junge Models ihre sexuelle Karriere in Internetcontainern und Bareback Videoproduzenten bereisen per Motorhome das ganze Land auf der Suche nach neuen Darstellern.

    Doch wer kann das Spiel gewinnen? Was bleibt unterm Strich übrig – vom Sex. Und wie sieht es aus, das Leben nach dem Porno?



    Filmstab

    Regie Jochen Hick
    Drehbuch Jochen Hick
    Kamera Jochen Hick
    Schnitt Jörn Hartmann
    Musik James Hardway
    Produktion Jochen Hick

    Darsteller

    Dokumentarische Darstellung

    Kritiken

    film-dienst 18/2005: Wenig distanzierter Blick auf die homosexuelle Porno-Industrie von Los Angeles. Zwar wird das Sexgeschäft indirekt als erbarmungslos gebrandmarkt, doch die voyeuristische Haltung des dokumentarischen Films, der sich zwanghaft bemüht, nicht prüde zu erscheinen, hinterlässt einen mehr als zwiespältigen Eindruck. In der hektischen, mitunter drastischen Bilderflut wird eine Annäherung an Einzelschicksale unmöglich.


    Wertungen

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    0 Bewertungen
    Original -
    Jahr/Land 2005 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Laufzeit 103 Minuten
    Kinostart 08. September 2005