Code 46

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    In nicht allzu ferner Zukunft lebt der privilegierte Teil der Menschheit in speziell abgesicherten Städten; der Rest lebt außerhalb, an unwirtlichen, wüstenähnlichen Orten. Die Reise zwischen den Städten und al fuera, den Randgebieten, ist nur mit einer speziellen Art von Reiseversicherungs-Visa möglich, so genannten Papelles, die als begehrte Objekte das Ziel von Fälschungen geworden sind.

    Versicherungsagent William Geld reist von Seattle nach Shanghai, um in einem entsprechenden Fälschungsfall zu ermitteln. Dank eines Empathie-Virus, der ihn die Gedanken anderer lesen lässt, identifiziert William schnell Maria Gonzales als Schuldige.

    Maria übt jedoch eine unerklärliche Anziehung auf ihn aus. Statt sie der Tat zu überführen, verliebt er sich in sie und verbringt eine Nacht mit ihr. Die Affäre hat Folgen, denn als William einige Zeit später nach ihr sucht, ist sie Gegenstand eines so genannten CODE-46-Verstoßes geworden: Der Code sieht vor, dass Menschen mit ähnlichem genetischem Profil keine gemeinsamen Kinder zeugen dürfen.

    Als William wenig später herausfindet, dass Maria genetisch identisch mit seiner Mutter ist, stecken beide in großen Schwierigkeiten ...



    Filmstab

    Regie Michael Winterbottom
    Drehbuch Frank Cottrell Boyce
    Kamera Alwin H. Kuchler, Marcel Zyskind
    Schnitt Peter Christelis
    Musik Joshua Hyams, Mark Revel
    Produktion Andrew Eaton

    Darsteller

    William Tim Robbins
    Maria Samantha Morton
    Backland Om Puri
    Sylvie Jeanne Balibar
    Fahrer Togo Igawa
    Ärztin Essie Davis
    Wole Nina Fog
    Bikku Bruno Lastra
    Mohan Emil Marwa
    Jack Taro Sherabayani

    Kritiken

    film-dienst 5/2005: Der Film verzichtet auf alle genreüblichen Effekte und benutzt stattdessen das Städte-Design moderner Metropolen als Hintergrund einer um Identität und persönliche Freiheit kreisenden Science-Fiction-Story. Er entwirft dabei die Schreckensvision einer kontrollierten und hermetischen Welt, die auch in ihren Extremen nur eine kurze Spanne von der Gegenwart entfernt ist und eine Atmosphäre existentieller Angst vermittelt. Formal von kühler, unemotionaler Konsequenz.

    Frankfurter Rundschau: Was Code 46 vor allem zu einer bestechenden, intensiven Erfahrung macht, ist seine imaginative Kraft, der flüchtig-nervöse Sog, den er durch geschickte Kameraführung und Montagen aus Bildern und Musik voller Rhythmus entfaltet, ist die Poesie, die in der Mischung aus traumartiger, hypnotischer Trance-Atmosphäre und latenter Bedrohung liegt. Unterkühlter Humor trifft sich mit sanfter Melancholie; Bilder, die man nicht vergisst, Kino, das nachwirkt.

    FAZ: Das Geniale an Michael Winterbottoms Zukunft ist, dass alles aussieht wie immer, obwohl es in Wirklichkeit erschreckend anders ist. So einleuchtend und faszinierend und beklemmend hat noch keiner die Zukunft dargestellt.