Claude Chabrol

    Aus Film-Lexikon.de

    französischer Regisseur; * 24. Juni 1930 in Paris; † 12. September 2010 in Paris

    Neben seinem Studium verkehrte Chabrol im Pariser Cafe de la Comédie, wo sich ein Filmkritikerzirkel niedergelassen hatte. Eine größere Erbschaft ermöglichte Chabrol die Filmproduktion auf eigene Rechnung. Einige Kurzfilme entstanden nach eigenem Drehbuch, außerdem der abendfüllende Film "Le beau Serge" (1958), der als erster Film der französischen "Nouvelle Vague" gilt. Als Produzent, Regisseur und Drehbuchautor wirkte Chabrol in "Schrei, wenn Du kannst". Er drehte ungewöhnlich viele Filme, alle waren erfolgreich, etwa "Das Auge des Bösen" (1962), eine Verfilmung der Geschichte des Frauenmörders Landru (1962), sowie "Der Tiger liebt nur frisches Fleisch" (1964).

    Chabrol beschrieb in seinen Filmen oft die Auflösung der bürgerlichen Gesellschaftsstrukturen. Auch in seinen weiteren Filmen schilderte er immer wieder die Schattenseiten der menschlichen Psyche (z.B. "Der Schlachter", 1969). In den 1970er Jahren arbeitete Chabrol verstärkt für das Fernsehen.

    1982 gelang ihm mit "Die Phantome des Hutmachers" ein eindrucksvolles Kino-Comeback, das erneut seine Meisterschaft in der Porträtierung von Mördern beweist. In der Folgezeit war Chabrol außerordentlich produktiv und drehte sehr viele Filme von zum Teil ungewöhnlich hohen Niveau. In den 1980er und 1990er Jahren zählte er wie in den 1960er Jahren wieder zu den bedeutendsten Größen des europäischen Kinos. Der 2001 in die Kinos gekommene Film "Merci pour le chocolat" schildert in der für den Regisseur charakteristischen Weise, wie sich die Akteure langsam bewusst werden, dass ihre scheinbar heile Familienwelt auf einem Fundament von Gewalt und Verzeiflung beruht.


    Filmografie - Darsteller


    Filmografie - Regisseur