Chronik der laufenden Ereignisse

    Aus Film-Lexikon.de



    Filmstab

    Regie Peter Handke
    Drehbuch Peter Handke
    Kamera Bernd Fiedler, Helga Harnisch

    Darsteller

    Spade Rüdiger Vogler
    Beaumont Ullrich Gressieker
    Kelly Didi Petrikat
    Mädchen Libgart Schwarz
    McNamara Gerd Mayen
    Delbert Mann Alfons Höckmann
    Prof. Russell Joachim Boldt
    R. L. Tollett Hanns O. Ball

    Kritiken

    Fernsehen und Film Mai 1971: Handkes Film ist ein politischer Film, wenn er auch nichts von der Gradlinigkeit eines Agitationsfilms hat. Er zeigt auf eine spontane und manchmal etwas verspielte Weise eine Auseinandersetzung, die beinahe, könnte man sagen, in der Grammatik der Bilder und Worte sichtbar wird, den Kampf zwischen wirklichen Interessen und den einfachen Worten und Handlungen, die sie ausdrücken, und den Vertretern fremder Interessen und ihren Verschleierungs- und Unterdrückungsversuchen. Die Fronten sind klar.

    Abendzeitung München 12. Mai 1971: Peter Handke hat einen elitären Film gemacht, aber man hatte Spaß dabei. Die boshafte Kritik an laufenden Ereignissen war auf die Assoziationen des Zuschauers ausgerichtet. Das Vergnügen entstand aus der Ergänzungsmöglichkeit der angebotenen Bilder und Texte. Jeder konnte sich seinen eigenen Film machen. Mit sprachlichem und filmischem Witz führte Handke Verhaltensweisen und gesellschaftliche Abläufe vor. Ein differenziertes Vergnügen, das keine Sekunde gestört wurde.

    Wim Wenders: Chronik der laufenden Ereignisse. Die späten sechziger Jahre sind darin dokumentiert, mit Distanz und Ironie, wie kaum in einem anderen Film aus Deutschland.