Christoph Schlingensief

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    deutscher Film- und Theaterregisseur; * 24. Oktober 1960 in Oberhausen; † 21. August 2010 in Berlin

    Schlingensief gehörte zu den umstrittensten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Film- und Theaterlandschaft. Er begann in den 1980er Jahren, eigene Filmprojekte zu realisieren, und arbeitete zeitweilig auch als Aufnahmeleiter der bekannten Fernsehserie "Lindenstraße". Mit seiner "Deutschlandtrilogie", zu der die Filme "100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker", "Das deutsche Kettensägenmassaker" und "Terror 2000 - Intensivstation Deutschland" gehören, löste der Regisseur eine (Feuilleton-)Diskussion über seine Werke aus: Es stellte sich die Frage, ob der provokative Charakter seiner Filme einen künstlerischen Wert besitzt oder ob es sich schlicht um Geschmacklosigkeiten handelt. 1997 versuchte sich Schlingensief mit der achtteiligen Sendung "Talk 2000" als Talkmaster.

    Allen Projekten Schlingensiefs, sowohl seinen Filmen als auch seinen Theaterinszenierungen, ist eine provozierende Grundstruktur gemeinsam, die Publikum und Kritik in Befürworter und Gegner spaltet. Ein weiteres Kennzeichen seiner Projekte ist die Einbeziehung politischer Inhalte. 1998 gründete er die "Schlingensief-Partei", die später in "Chance 2000" umbenannt wurde.

    Aufsehen erregte auch Schlingensiefs Hamlet-Inszenierung im Züricher Schauspielhaus im Mai 2001. Er ließ in der Aufführung ausstiegswillige Neonazis auftreten. Bereits im Vorfeld hatte der Regisseur ein heftige Diskussion ausgelöst, weil er für ein Verbot der Schweizer Volkspartei (SVP) eintrat.

    Weitere Werke: "Schafe von Wales" (Fernsehfilm, 1988), "100 Jahre CDU – Spiel ohne Grenzen" (Theaterstück, 1993), "Hurra, Jesus! Ein Hochkampf" (1995), "Begnadete Nazis" (Theaterstück, 1997), "Die Berliner Republik" (Theaterstück, 1999) u.a.


    Filmografie - Darsteller


    Filmografie - Regisseur