Cesky Sen - Der tschechische Traum

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    Cesky Sen - Der tschechische Traum hält den größten Konsumschwindel, den die Tschechische Republik je gesehen hat, mit der Kamera fest: Filip Remunda und Vit Klusak, zwei jungen tschechische Filmemacher, legen dabei die psychologischen und manipulativen Kräfte der Konsumwelt offen: Sie kreieren eine riesige Werbekampagne für etwas, das nicht existiert! CESKY SEN – Der Hypermarkt für ein besseres Leben! Zu der aufwändigen Kampagne, entworfen von einer renommierten Werbeagentur, gehören TV- und Radio-Spots, 400 Leuchtreklametafeln, 200.000 Werbeflyer mit CESKY SEN Markenartikeln, ein Werbejingle, eine eigene Webseite und Anzeigen in Zeitungen und Magazinen.

    Für zwei Wochen sind die Straßen von Prag gepflastert mit Werbung für den geplanten Supermarkt. Mit Werbesprüchen wie "Geht nicht hin! Gebt kein Geld aus!" werden über 4.000 Menschen angelockt. Am Eröffnungstag erreichen sie eine Wiese, wo sie anstelle des Supermarkts nur eine 10m x 100m große Fassade vorfinden.

    Mit dem Eintritt der Tschechischen Republik und anderer osteuropäischer Länder in die EU und der damit einhergehenden veränderten Haltung der Bevölkerung zu Konsum und Globalisierung ist CESKY SEN – Der tschechische Traum für alle kapitalistische Gesellschaften relevant.



    Filmstab

    Regie Filip Remunda, Vit Klusak
    Drehbuch Vit Klusak, Filip Remunda
    Kamera Vit Klusak
    Schnitt Zdenik Marek
    Musik Hynek Schneider
    Produktion Filip Remunda

    Kritiken

    Dirk Jasper: Cesky Sen - Der tschechische Traum ist ein witziger und provokativer Blick auf die Auswirkungen steigenden Konsumverhaltens einer post-kommunistischen Gesellschaft. Das Experiment führte zu zahlreichen Kontroversen, provozierte teilweise extreme Reaktionen in der tschechischen Bevölkerung und den Medien und wurde sogar im Parlament diskutiert.

    film-dienst 7/2006: Das provokante Filmexperiment wurde in Tschechien kontrovers diskutiert. Der Film macht sich nicht nur über den Kaufrausch einer verspäteten Konsumnation lustig, sondern analysiert hellsichtig die Erfolgsmechanismen moderner Werbestrategien. Mit einfachen filmischen Mitteln aufbereitet, stellt er bedrängende Fragen nach der manipulativen Macht moderner Marketingstrategien.

    Sächsische Zeitung: Filip Remunda und Vit Klusak setzen sich ironisch mit Sponsoren, Werbeagenturen und den vermittelten Inhalten auseinander. Am Ende mußste sich sogar der tschechische Premier Vladimir Spidla live im Fernsehen dafür verantworten, dass seine Regierung 70 Millionen Kronen für eine Werbekampagne zum "Ja" für Europa ausgegeben hatte.


    Wertungen

    5 Sterne
    1 Bewertungen
    Original  ?eský sen
    Jahr/Land 2004 / Tschechien
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Real Fiction
    Laufzeit 87 Minuten
    Kinostart 06. April 2006