Casting

    Aus Film-Lexikon.de

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    Für ihren ersten Fernsehfilm sucht Regisseurin Vera die Idealbesetzung. Kurz vor dem ersten Drehtag und nach zahlreichen Castings hat sie die Hauptrolle immer noch nicht gefunden.

    Produzent und Team verzweifeln, doch Gerwin freut sich über die Mehrarbeit: Er verdient sein Geld als Proben-Anspielpartner und spricht Dialogsätze für die prominenten Bewerberinnen ein, die eigentlich alles andere nötig haben, als sich einem Casting zu stellen.

    Was für eine atemberaubend SchauspielerInnenriege: Judith Engel, Ursina Lardi, Corinna Kirchhoff, Andrea Sawatzki, Marie-Lou Sellem, Victoria Trauttmansdorff, Milena Dreißig, Nicole Marischka, Andreas Lust und Stephan Grossmann.

    Und was für ein erfrischender, besonderer, lustiger, mit dem Thema Casting, Inszenierung, Inszenierungen der Inszenierung spielender, vielschichtiger und überraschender Film. Weit über den Rahmen von Filmgeschäft, Probensituationen und ähnlichem blickt CASTING dabei äußerst lässig, direkt, klug und unterhaltsam auf diese unsere Welt, in der Selbstvermarktung für uns alle zum Alltag geworden ist.




    Filmstab

    Regie Nicolas Wackerbarth
    Drehbuch Nicolas Wackerbarth, Hannes Held
    Kamera Jürgen Carle
    Schnitt Saskia Metten
    Produktion Franziska Specht

    Darsteller

    Gerwin Andreas Lust
    Vera Judith Engel
    Ruth Milena Dreißig
    Hanne Nicole Marischka
    Manfred Stephan Grossmann
    Almut Dehlen Ursina Lardi
    Luise Maderer Corinna Kirchhoff
    Annika Strassmann Andrea Sawatzki

    Kritiken

    www.uncut.at Marina Ortner: „Casting“ ist eine frische, böse und aberwitzige Komödie über Ambitionen und Enttäuschungen, die mit der Film- und Fernsehbranche abrechnet. Das wunderbare Drehbuch strotzt nur so vor cleveren Dialogen, stellt seine Figuren in ein spannendes Macht- und Abhängigkeitsverhältnis zueinander, lässt viel aufgestaute Wut pointiert raus und füllte von Anfang bis Ende einen ganzen Kinosaal mit Gelächter. Ironischerweise ist „Casting“ jedoch selbst nur ein Fernsehfilm, der nur auf der Berlinale Kinoluft schnuppern durfte. Trotzdem ganz großes Kino!

    www.wolframhannemann.de: Wackerbarths Film gibt sich dokumentarisch, verzichtet auf Filmmusik, hat abrupte Schnitte und versammelt ein tolles Ensemble, das derart authentisch spielt, dass man oft genug versucht ist zu glauben, dass das alles echt sei. Sehenswert.

    www.film-rezensionen.de Oliver Armknecht: Ein Film muss schnell gedreht werden, aber wer bekommt die Rolle? „Casting“ nutzt das Besetzungskarussell einer TV-Produktion, um genüsslich das Filmgeschäft als solches zu demontieren. Das ist mitunter etwas anstrengend und repetitiv, insgesamt aber ein sehr amüsanter Blick auf einen auch demütigenden Kampf um Rollen und künstlerische Integrität.