Cachorro

    Aus Film-Lexikon.de

    Pedro ist ein attraktiver, schwuler Madrider Zahnarzt, hemmungslos und freizügig in seinen Beziehungen, niemandem als sich selbst verantwortlich. Als seine esoterisch angehauchte Schwester Violeta mit ihrem neuesten Lover nach Indien fahren will, erklärt sich Pedro bereit, das Kind der Schwester, Bernardo, für zwei Wochen bei sich aufzunehmen. Bernardo, Halbwaise, ist elf; bislang hatten die beiden wenig miteinander zu tun. 14 Tage sollte der Junge bleiben, doch dann sind auf einmal sechs Wochen daraus geworden. Für Pedro zieht dies eine Pause in seinem ansonsten sehr regen Sexleben nach sich, die ihm aber gar nicht so unwillkommen ist, leidet er doch unter der Oberflächlichkeit seiner häufig wechselnden Beziehungen.

    Auch sein Lover Manuel, der einmal überraschend zu Besuch kommt und mit dem Pedro eine Vorliebe für Leder und Latex teilt, ist in seinen Augen kein Mann fürs Leben. Dann kommt es aber zu Problemen. Zum einen steht eines Tages Doña Teresa, Bernardos Großmutter väterlicherseits, in der Tür und setzt Pedro emotional unter Druck. Schlimmer aber ist, dass Bernardos Mutter in Indien wegen Drogenschmuggels festgenommen wird. Mit 30 Jahren Haft müsse sie rechnen, teilt man Pedro bei der Botschaft mit. Er ist darüber mindestens so schockiert wie Bernardo, erkennt jedoch seine Verantwortung für den Jungen.

    Ohne lange zu lamentieren, stellt er sich ihr. Auf einmal sind so viele Dinge zu erledigen – das Haus muss instand gesetzt werden und er muss eine Schule für den Jungen finden –, dass er das Leben von früher kaum vermisst. Erst allmählich kann er den nun weniger exzessiv ausgelebten Sex wieder in seinen Alltag integrieren. Da tritt erneut Doña Teresa auf den Plan. Nun will sie das Sorgerecht für Bernardo erstreiten. Doch Pedro ist bereit, für das Wohl des Jungen zu kämpfen.



    Filmstab

    Regie Miguel Albaladejo
    Drehbuch Miguel Albaladejo, Salvador García Ruiz
    Kamera Alfonso Sanz
    Schnitt Pablo Blanco
    Musik Lucio Godoy
    Produktion Juan Alexander

    Darsteller

    Pedro José Luis García Pérez
    Bernardo David Castillo
    Doña Teresa Empar Ferrer
    Violeta Elvira Lindo
    Manuel Arno Chevrier
    Javi Mario Arias
    Gloria Josele Román
    Lola Diana Cerezo
    Bernardo mit 14 Jahren Daniel Llobregat
    Aitor Juanma Lara

    Kritiken

    film-dienst 23/2005: Sympathische Familiengeschichte, die darauf verzichtet, das Homosexuellen-Milieu allzu schrill zu schildern, allerdings bis auf einige schöne Momente den gängigen Mustern eines formal konventionellen Melodrams verhaftet bleibt.


    Wertungen

    0 Sterne
    0 Bewertungen
    Jahr/Land 2004 / Spanien
    Genre Melodram
    Film-Verleih Salzgeber & Co. Medien GmbH
    FSK ab 16 Jahre
    Laufzeit 98 Minuten
    Kinostart 10. November 2005