Caché

    Aus Film-Lexikon.de

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    Eigentlich ist auf diesen Bildern nichts Kompromittierendes zu sehen: Ein Auto wird geparkt, eine Tür fällt ins Schloss. Stille. Doch gerade diese Stille macht die Filmaufnahmen so bedrohlich: Was will der Fremde, der Georges Laurents Leben und das seiner Familie mit beunruhigender Geduld dokumentiert und ihm in Form von Videobändern zukommen lässt? Noch dazu zusammen mit naiv-grotesken Zeichnungen, die den Horrorphantasien eines Kindes entsprungen zu sein scheinen?

    Georges ist Moderator einer erfolgreichen Literaturtalkshow im Fernsehen, und deshalb vermutet seine Frau Anne zunächst einen verrückten Fan hinter den rätselhaften Filmaufnahmen. Die Polizei sieht keinen Grund zu handeln, solange nichts wirklich Bedrohliches geschehen ist. Doch das Gefühl der Beklemmung wird immer stärker und bringt Georges’ und Annes bürgerlich-intellektuelles Leben zwischen Literatursendungen, Vernissagen und Abendeinladungen allmählich aus dem Gleichgewicht.

    Während Anne noch offen über die rätselhafte Post spricht, beginnt sich die Stille der seltsamen Videobänder auf Georges auszubreiten. Die beiliegenden Zeichnungen beunruhigen ihn und bringen etwas in ihm zum Klingen. Meist sind es Strichmännchen mit blutig roter Kehle. Auf der letzten allerdings ist ein Huhn zu sehen, mit durchschlagenem Hals ...



    Filmstab

    Regie Michael Haneke
    Drehbuch Michael Haneke
    Kamera Christian Berger
    Schnitt Michael Hudecek, Nadine Muse
    Produktion Veit Heiduschka

    Darsteller

    Majid Maurice Bénichou
    Georges Laurent Daniel Auteuil
    Anne Laurent Juliette Binoche
    Georges Mutter Annie Girardot
    Pierrot Laurent Lester Makedonsky
    Chefredakteur Bernard Le Coq
    Majids Sohn Walid Afkir
    Pierre Daniel Duval
    Mathilde Nathalie Richard
    Yvon Denis Podalydes
    Chantal Aissa Maiga

    Kritiken

    Blickpunkt Film: Jetzt setzt der Österreicher die Stilmittel des Genres in seinem neben "Die Klavierspielerin" zugänglichsten Film ein ... Ein Triumph des intelligenten Kunstkinos. Sein neuer Film belehrt nicht. Er zeigt. Und das unter Ausschöpfung aller filmischen Mittel, ohne auch nur ein Iota an Prägnanz und Aussage zu verlieren. Im Gegenteil. Wie Michael Haneke hier mit den Erwartungen des Publikums spielt und die Konventionen des Erzählkinos auf den Kopf stellt, ist mindestens so verstörend wie das offene Ende – und der ganze Film, in dem alles möglich scheint und dessen Intelligenz der Spannung nie im Weg steht.

    Der Spiegel: ... der packende Psycho-Thriller spielt genau an jener Schnittstelle der menschlichen Existenz, an der das Öffentliche ins Private eindringt: Nichts geht so tief unter die Haut, so zeigt Michael Haneke in seinem Film, wie der Blick einer Kamera.

    Frankfurter Allgemeine Zeitung: europäisches Autorenkino in reiner, bester Form.


    Wertungen

    4.5 Sterne
    2 Bewertungen
    Jahr/Land 2005 / Frankreich, Österreich, Italien, Deutschland
    Genre Thriller
    Film-Verleih Prokino (FOX)
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 119 Minuten
    Kinostart 26. Januar 2006