Brigitte Bardot

    Aus Film-Lexikon.de

    französische Filmschauspielerin und Sängerin; * 28. September 1934 in Paris

    Brigitte Bardot wuchs in einer gut situierten Familie im 8. Arrondissement in Paris auf und zeigte bereits im Alter von nur sechs Jahren großes Interesse am Tanzen. Mit 13 Jahren schafft sie die Aufnahmeprüfung für das berühmte Nationalkonservatorium für Musik und Tanz (Conservatoire Nationale de Danse), wo sie sich unter der Anleitung des russischen Tänzers Boris Kniaseff zu einer jungen Schönheit voller Grazie entwickelte. 1949 verschaffte ihr ihre Mutter einen Auftritt als Hutmodel bei einer Modenschau, wo sie vor allem Madame Lazareff, die Herausgeberin des Modemaganzins Jardin des Modes, beeindrucken konnte. Es folgten eine Reihe von Engagements als Model sowie Auftritte in TV-Shows des französischen Fernsehens. Schließlich wurde der Regisseur Marc Allégret auf sie aufmerksam. Sein Assistent Roger Vadim begann mit der damals erst 15-jährigen Brigitte eine Liebesaffäre. Der spätere Ehemann und künftige Regisseur erkannte ihr Potenzial und baute sie kontinuierlich zur Schauspielerin auf.

    Nach ersten weniger erfolgreichen Filmen folgte 1956 mit Allégrets "Ein Gänseblümchen wird entblättert" ("En Effeuillant la Marguerite") und der Hauptrolle in Vadims erstem Film "... und immer lockt das Weib" (Et Dieu ... créa la femme") der internationale Durchbruch. In letzterem spielte sie ein sinnliches Waisenmädchen, das bei seiner Tante an der Cote d'Azur mit obszönen Tänzen und unmoralischen Gebärden der Männerwelt den Kopf verdreht. Der Film, der auch in Amerika ein großer Erfolg wurde, machte sie über Nacht zum Sexsymbol Frankreichs und begründete den Mythos "Brigitte Bardot". Sie war der neue Typus Frau, der die berechnenden Vamps ablöste: naiv, verspielt, natürlich, aber mit einer ungemein erotischen Ausstrahlung. Mit Filmen wie "Ein Weib wie ein Satan" ("La femme et le patin", 1958) oder "Babette zieht in den Krieg" ("Babette s'en va-t-en-guerre") baute sie ihren Sexsymbol-Status zunächst weiter aus.

    1960 spielte sie dann in Henri-Georges Clouzots "Die Wahrheit" ("La Vérité") ihre erste tragische Rolle, die ihr half, mit ihrem Mythos als Sexsymbol aufzuräumen und ihr große Anerkennung als Schauspielerin einbrachte. Ihre größten Erfolge feierte sie außerdem mit "Die Verführerin" ("Une ravissante idiote", 1963) und ihrer Rolle als revolutionäre Maria I in "Viva Maria!" (1965). Darin gelang es Bardot, zu begeistern und das französische Kino weltweit populär zu machen.

    In Frankreich war Brigitte Bardot zudem als Sängerin populär. Bekannt wurde vor allem das Lied "Harley Davidson" (1967). Auch in ihre Filme integrierte man immer wieder Brigitte Bardot-Chansons und -Tanzszenen.

    Nach ihrer Scheidung von Vadim 1957 und einigen Affären heiratete sie 1959 Jacques Charrier. Die Ehe, aus der der gemeinsame Sohn Nicolas Charrier hervorging, wurde nur zwei Jahre später geschieden. Vor allem durch ihre dritte Ehe mit Gunther Sachs, die bis 1969 hielt, und einige weitere Affären sorgte Bardot immer wieder für Schlagzeilen. Pikant und legendär war ihre Beziehung zu Serge Gainsbourg, der das Lied "Je t'aime", eine öffentliche Liebeserklärung an sie, schrieb. Durch die Interpretation von Jane Birkin, ihrer Filmpartnerin in "Don Juan 73" (1973), wurde es dann zum skandalumwitterten Welthit.

    In den 70ern zog sich Bardot aus dem Filmgeschäft zurück und machte eine Zeitlang als Tierschützerin auf sich aufmeksam. Besonders setzte sie sich gegen das Abschlachten von Robben ein. Seit den 90ern fällt Bardot auch immer wieder mit Äußerungen gegen Muslime, Einwanderer, Homosexuelle und Arbeitslose auf. Schon mehrfach stand sie deshalb vor Gericht. Wegen ihrer Äußerungen in ihrem Buch "Ein Ruf aus der Stille" wurde sie 2001, 2004 und 2008 sogar verurteilt. Seit 1992 ist sie mit Bernard d'Ormale, einem führenden Mitglied der rechtsextremistischen Front National, verheiratet.


    Filmografie - Darsteller