Bright Star - Meine Liebe. Ewig.

    Aus Film-Lexikon.de

    Es ist eine Liebe, die zum Scheitern verurteilt scheint: Zu groß sind die Unterschiede zwischen der zwar klugen und schlagfertigen, aber nicht sonderlich gebildeten Schneiderin Fanny (Abbie Cornish) und dem jungen und sehr begabten, aber auch reichlich schwermütigen Poeten John (Ben Whishaw). Gleich von zwei Seiten wird ihre Beziehung skeptisch beobachtet: Fannys Mutter (Kerry Fox) ist in Sorge, weil John über keine finanziellen mittel verfügt. Johns väterlichem Mentor Mr. Brown (Paul Scheider) missfällt die hübsche Fanny, weil er sie für eine bloße Ablenkung von der Dichtkunst hält. Immer wieder voneinander getrennt, bleibt den Liebenden ihr inniger Briefwechsel, um einander nah zu sein. Doch als John schwer erkrankt, spitzt sich die Lage dramatisch zu...



    Filmstab

    Regie Jane Campion
    Drehbuch Jane Campion
    Kamera Greig Fraser
    Schnitt Alexandre de Franceschi
    Musik Mark Bradshaw
    Produktion Jan Chapman für Jan Chapman Pictures

    Darsteller

    John Keats Ben Whishaw
    Frances 'Fanny' Brawne Abbie Cornish
    Mrs. Brawne Kerry Fox
    Charles Armitage Brown Paul Schneider
    Samuel Brawne Thomas Sangster
    John Reynolds Samuel Roukin

    Kritiken

    kino-zeit.de: Bright Star scheint vor allem eins zu sein, ein Film für den man einen Draht entwickeln muss, um ihn zu genießen. Entsprechend unterschiedlich fielen die Besucherreaktionen nach der Premiere in Cannes aus. "Wäre Keats nur früher gestorben, dann wäre der Film nicht so lang gewesen", kommentierte ein enttäuschter Kinogänger. Eine passende Antwort auf diese Einstellung liefert Sophie Albers im Stern: "Jane Campions "Bright Star" ist vor allem eines: schön. Und Schönheit wird im Kino leider viel zu häufig unterschätzt. Vielleicht weil wahre Schönheit so schwierig zu schaffen ist." Auch Hanns-Georg Rodek (Die Welt) zeigt sich beeindruckt von Campions Bildsprache: "Campion bleibt in der Beschreibung eines bürgerlichen Alltags vor 200 Jahren bewusst nüchtern - lädt aber, wie einst die Romantiker, Gegenstände mit romantischer Bedeutung auf, bis sie zu glühen scheinen." Todd McCarthy (Variety) hebt hingegen die Leistung von Abbie Cornish hervor und schreibt: "Alle Filme von Jane Campion drehen sich um starke, komplizierte Frauen und Cornish Fanny ist die bemerkenswerteste."

    Die britische Presse urteilt nahezu euphorisch. James Christopher schreibt in der Times: "Jane Campion hat aus der kurzen und hoffnungslosen Affäre zwischen John Keats und Fanny Brawne einen fesselnden Film gemacht, der zärtlich unser Herz zerreißt." Ähnlich begeistert zeigt sich Peter Bradshaw im Guardian: "Mit einem Film, den ich für den besten ihrer Karriere halte, meldet Jane Campion ihren Anspruch auf eine zweite Goldene Palme an."

    Birte Lüdeking, critic.de: Wie schon in Ein Engel an meiner Tafel (An Angel at My Table, 1990) und Das Piano spiegeln auch in Bright Star Landschaften und Jahreszeiten die Stimmungen und Entwicklungen der Protagonisten wider. Keats Poesie fließt bis auf einige etwas zu plump geratene Szenen beiläufig und unaufdringlich in die Handlung ein. Das Einnehmende an der Erzählung ist eine für die Regisseurin ungewöhnliche Schwerelosigkeit. Wenn es später eigentlich tragisch werden soll, gelingt ihr allerdings kein überzeugender Tonfallwechsel. Als Momentaufnahme junger Liebe funktioniert der Film über weite Strecken sehr gut, weniger aber als deren dramatische Verlaufsgeschichte. Gegen Ende greift Campion leider wieder auf frühere Stilmuster zurück und präsentiert uns erneut eine Frau, die ein bisschen zu kunstvoll leidet.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    nom 2009 Bestes Kostümdesign Janet Patterson


    Wertungen

    0 Sterne
    0 Bewertungen
    Original Bright Star
    Jahr/Land 2009 / UK, Australien, Frankreich
    Genre Biografie
    Film-Verleih Tobis Film GmbH & Co. KG
    Laufzeit 119 Minuten
    Kinostart 24. Dezember 2009