Botero - Geboren in Medellin

    Aus Film-Lexikon.de

    Zum 75. Geburtstag des Künstlers wird mit modernsten filmischen Mitteln die bewegende Erfolgsgeschichte des in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Kindes aus einer abgelegenen kolumbianischen Andenstadt authentisch erzählt: Der Mann aus Medellín, der die europäische Kunstgeschichte erobert und zum gefeierten Star einer globalen Kunstszene wird. Sein Werk ist in über 70 Einzelausstellungen von Museen aus aller Welt, von Tokio über Stockholm und Washington bis Caracas gezeigt worden. Seine monumentalen Skulpturen haben Menschen aller Kontinente begeistert, z.B. bei großen Präsentationen auf den Champs-Elysées in Paris 1992, der Park Avenue in New York 1993 und seit September 2007 im Berliner Lustgarten. Kein Künstler hat in den letzten Jahren solch eine weltweite Breitenwirkung erlebt.

    Botero hat drei Museen seines Heimatlandes Kolumbien nicht nur über 200 eigene Gemälde und sein gesamtes plastisches Oeuvre geschenkt, – sondern auch seine bedeutende Sammlung der europäischen Moderne: Meisterwerke vom Impressionismus bis zur aktuellen Gegenwartskunst, – „Schätze“ – die vorher nie im Original in Kolumbien zu sehen waren.

    2005 kann man von einem Neuanfang im Werk des Künstlers sprechen, der sich mit Erregung und Verve auf ein neues Thema wirft, - es gilt den Folterungen und Gräueln im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Dieser neue Werkzyklus wird nicht in den privaten Kunsthandel gelangen, sondern in einer Museumstour der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

    Der Film bringt Boteros Abu Ghraib Bilder im Kontext zu seinem gesamten Schaffen – in das Bewusstsein eines großen Publikums.



    Filmstab

    Regie Peter Schamoni
    Drehbuch Peter Schamoni
    Kamera Ernst Hirsch, Konrad Hirsch
    Schnitt Carsten Dillhöfer, Sabine Rottmann
    Produktion Peter Schamoni

    Darsteller

    Fernando Botero

    Kritiken

    kino-zeit.de: Gewohnt präzise zeichnet Peter Schamoni den Lebensweg und den faszinierenden Charakter Boteros nach, selten nur ist der Eingriff des Regisseurs zu spüren. Stattdessen macht der Film den Eindruck, als begleite man den Künstler auf einem Spaziergang durch sein Leben und seine Figuren (...).

    taz.de: Langweilig wird dieser Bilderreigen nicht, verwirrend sind an "Botero" allerdings die Synchronisation und der Schnitt. (...) Doch diese merkwürdigen formalen Entscheidungen sind weniger problematisch als die Konzentration auf die Titelfigur. Botero erweist sich auf die Dauer als wenig eloquent oder tiefsinnig, wenn es darum geht, über sein eigenes Werk zu sprechen.

    Hamburger Morgenpost: (...) der Film [erinnert] formal oft an einen Dia-Vortrag: Streckenweise ist ein Bild an das nächste gereiht, während Botero - einem Uni-Professor ähnlich - aus dem Off sein eigenes Werk erklärt. Fazit: Fernando Botero ist eine faszinierende Künstlerpersönlichkeit, die es zu entdecken lohnt. Dennoch wäre der Film im Fernsehen besser aufgehoben.


    Wertungen

    2.3 Sterne
    3 Bewertungen
    Original Botero - Born in Medellin
    Jahr/Land 2007 / Deutschland
    Genre Dokumentarfilm
    Film-Verleih Concorde Filmverleih GmbH
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 92 Minuten
    Kinostart 30. Oktober 2008