Bernd Eichinger

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    deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur; * 11. April 1949 Neuburg an der Donau; † 24. Januar 2011 Los Angeles

    Nach seinem Abitur studierte Bernd Eichinger drei Jahre lang an der Münchner Filmhochschule. Bereits während des Studiums arbeitete er in den Bavaria Filmstudios als Aufnahmeleiter und schrieb für Hans Werner Geißendörfer Drehbücher. Nach seinem Abschluss 1973 wurde er Produktionsleiter beim Bayrischen Rundfunk. Ein Jahr später gründete er seine eigene Produktionsfirma, die Solaris Film- und Fernsehproduktion oHG.

    1979 wurde Eichinger Mitbesitzer und Geschäftsführer, später Vorstandsvorsitzender von Constantin Film. Mit seiner ersten Produktion für die Firma gelang ihm der internationale Durchbruch: „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1981). Für Constantin Film kaufte er fast 20 Jahre lang Filmrechte ein und kümmerte sich um den Verleih. 2006 verkaufte er alle Anteile an der Firma, arbeitete aber weiterhin als Produzent für sie.

    Eichinger machte sich mit großen internationalen Filmprojekten wie „Die unendliche Geschichte“ (1984) und „Der Name der Rose“ (1986) mit Sean Connery einen Namen. Auch erfolgreiche deutsche Komödien wie „Manta, Manta“ (1991) oder „Der bewegte Mann“ (1994) produzierte er, die unter anderem Til Schweiger bekannt machten. 1996 hatte Eichinger sein Regiedebüt mit dem Fernsehfilm „Das Mädchen Rosemarie“. In den letzten Jahren seines Lebens wurde er zunehmend wieder als Drehbuchautor tätig: Er schrieb die Vorlagen für „Der Untergang“ (2003), „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ (2006) und „Der Baader Meinhof Komplex“ (2008).

    Eichinger war ein Mitbegründer der Deutschen Filmakademie und des Nachwuchspreises First Steps Award, der Abschlussfilme von Studenten auszeichnet. Außerdem rief er das gemeinnützige Projekt Artists for Kids ins Leben, das gefährdete Kinder und Jugendliche in München unterstützen soll.

    Unzählige Male wurde er selbst für seine Arbeit mit verschiedenen deutschen und internationalen Filmpreisen ausgezeichnet. 2002 gewann der Film „Nirgendwo in Afrika“, an dem Eichinger als Co-Produzent beteiligt ist, den begehrten Oscar. Seit 2003 war er Träger des Bundesverdienstkreuzes. 2010 wurde ihm der Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises für sein Lebenswerk verliehen. Kurz nach seinem Tod wurde er bei der Verleihung der Goldenen Kamera im Februar 2011 als „Bester Produzent“ ausgezeichnet, ein Sonderpreis, der ihm zu Ehren geschaffen worden war.

    Seit 2006 war er mit der Autorin Katja Hofmann verheiratet. Seine Tochter, die TV-Moderatorin Nina Eichinger, stammt aus einer früheren Beziehung.


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