Batman Begins

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    Wie soll ein einzelner Mann die ganze Welt verändern? Diese Frage verfolgt Bruce Wayne ebenso wie das Bild seiner Eltern, die in den Straßen von Gotham vor seinen Augen niedergeschossen wurden - ein Erlebnis, das seinem Leben eine radikal neue Richtung gegeben hat.

    Schuldgefühle und ohnmächtige Wut quälen ihn, nähren seine Rachegefühle, aber auch den Wunsch, das gemeinnützige Engagement seiner Eltern fortzuführen. Bruce, Erbe eines großen Industriekonzerns, hat jede Illusion verloren. Er verschwindet aus Gotham und reist unerkannt durch die Welt, um herauszufinden, wie er Unrecht bekämpfen und jene, die von der Angst anderer leben, selbst das Fürchten lehren kann.

    Wie verbrecherische Hirne funktionieren, lernt Bruce von seinem Mentor, dem geheimnisvollen Ducard. Dieser bringt ihm bei, Körper und Geist zu beherrschen, um so seinen Schwur zu erfüllen und den Kampf gegen das Böse aufzunehmen. Bald darauf versucht die mächtige Schattenliga Bruce für sich zu gewinnen. Sie wird von dem undurchsichtigen Ra's Al Ghul geführt und hat sich subversive Selbstjustiz auf die Fahnen geschrieben.

    Als Bruce nach Gotham zurückkehrt, leidet die Stadt unter hemmungsloser Korruption und unkontrollierbarer Kriminalität. Wayne Enterprises, einst der Familienhort menschenfreundlicher Geschäftsideale, wird jetzt von Chefmanager Richard Earle geleitet, den der Börsengang der Firma weit mehr interessiert als ihr soziales Engagement.

    Gleichzeitig muss Bruces Freundin aus Kindertagen, Rachel Dawes, als heutige Assistentin des Staatsanwalts eine schwere Niederlage einstecken: Selbst die berüchtigtsten Verbrecher kann sie nicht hinter Gitter bringen, weil das Rechtssystem von Abschaum wie Unterweltboss Carmine Falcone unterwandert wird. Machtlos sieht Rachel zu, wie der prominente Psychiater Dr. Jonathan Crane Falcones Gangstern Unzurechnungsfähigkeit bescheinigt - und dafür im Gegenzug bei seinen eigenen ruchlosen Machenschaften unterstützt wird.

    Auf einige Freunde kann Bruce Wayne sich verlassen: seinen treuen Butler Alfred, Detective Jim Gordon - er gehört zu den wenigen ehrlichen Cops in Gotham - und Lucius Fox, der ihm in der Abteilung für angewandte Wissenschaften bei Wayne Enterprises zuarbeitet. Mit diesen Gefährten kreiert Bruce Wayne sein imposantes Alter Ego: Batman, den maskierten Ritter. Mit Geschicklichkeit, Intellekt und einem Arsenal von High-Tech-Waffen tritt er an, um Gotham City aus der tödlichen Umklammerung der Unterwelt zu befreien.



    Filmstab

    Regie Christopher Nolan
    Drehbuch Christopher Nolan, David S. Goyer
    Vorlage Story von David S. Goyer
    Kamera Wally Pfister
    Schnitt Lee Smith
    Musik James Newton Howard, Hans Zimmer
    Produktion Larry J. Franco, Charles Roven, Emma Thomas für Syncopy

    Darsteller

    Richard Earle Rutger Hauer
    Bruce Wayne / Batman Christian Bale
    Alfred Pennyworth Michael Caine
    Henri Ducard Liam Neeson
    Lucius Fox Morgan Freeman
    Lt. James Gordon Gary Oldman
    Ra's Al Ghul Ken Watanabe
    Rachel Dawes Katie Holmes
    Dr. Jonathan Crane / The Scarecrow Cillian Murphy
    Carmine Falcone Tom Wilkinson
    Commissioner Gillian Loeb Colin McFarlane

    Kritiken

    Dirk Jasper: In Batman Begins erzählt Regisseur Christopher Nolan ("Memento") zum ersten Mal ausführlich wie Bruce Wayne zum Rächer im Fledermauskostüm wird. Gespielt wird der menschlichste aller Comicsuperhelden von Christian Bale ("American Psycho"), der von einem Team namhafter Darsteller unterstützt wird u. a. Sir Michael Caine als treuer Butler Alfred.

    Andreas Borcholte (Spiegel Online 15. Juni 2005): Aus die (Fleder-)Maus! Die Voraussetzungen für den fünften "Batman"-Film waren prächtig: Ein junger, innovativer Regisseur und ein talentierter Drehbuchautor traten an, um die Comic-Figur neu zu erfinden. Wie Hollywood ihnen einen Strich durch die Rechnung machte, zeigt das tumbe Action-Spektakel Batman Begins. (...) Man mußs Christopher Nolan, dem jungen, innovativen Regisseur, vorwerfen, dass er den Verlockungen Hollywoods erlegen ist - und das 120 Millionen schwere Budget mit seinem künstlerischen Anspruch bezahlen mußste. Das Studio wiederum mußs sich die Frage gefallen lassen, warum ein Filmemacher wie Christopher Nolan gebraucht wurde, um ein Stück gesichtslose Massenware zu inszenieren. Wenn das so weitergeht, könnte man glatt eine Batman-Phobie bekommen.

    film-dienst 12/2005: Die Vorgeschichte zu den bisherigen "Batman"-Filmen nimmt sich Zeit für die psychologische Motivierung seines Superhelden und zeigt, wie er für den Kampf gegen das Verbrechen rekrutiert wurde. Dabei überschreitet der Film freilich nie die Grenzen des gängigen Inszenierungsstandards, weshalb er trotz einiger versteckter politischer Spitzen allenfalls als passabler Unterhaltungsfilm gefällt.

    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Name
    nom 2005 Beste Kamera Wally Pfister