Baader

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    Gangster, Autofreak, Frauenheld. Unberechenbar, narzisstisch, charismatisch. Der Terrorist Andreas Baader inszeniert sein kurzes Leben wie einen gigantischen Kinofilm. Mit ihm und seiner Geliebten Gudrun Ensslin in den Hauptrollen. Er lebt wild und gefährlich. Die lässige Souveränität, mit der er Autos knackt, Rauschgift konsumiert, Banken ausraubt und Bomben baut, fasziniert intellektuelle Mitstreiter wie die Journalistin Ulrike Meinhof und den Juristen Kurt Wagner. Als RAF (Rote Armee Fraktion) sagen sie dem Staat den Kampf an. Bald gerät Baader in das Fadenkreuz von BKA-Chef Kurt Krone.

    Fünf Jahre Guerilla made in BRD: Brandanschläge, Verhaftung, Knast, Flucht, Paris, Drogen, Freundschaft, die Fatah, Sprengstoff, Gefühlseskalationen, Angst, Illegalität, die große Liebe und der Tod...



    Filmstab

    Regie Christopher Roth
    Drehbuch Moritz von Uslar, Christopher Roth
    Kamera Bella Halben, Jutta Pohlmann
    Schnitt Barbara Gies
    Musik Bob Last
    Produktion Stefan Fruth, Mark Gläser, Christopher Roth

    Darsteller

    Andreas Baader Frank Giering
    Gudrun Ensslin Laura Tonke
    Kurt Krone Vadim Glowna
    Ulrike Meinhof Birge Schade
    Jan Carl Raspe Bastian Trost
    Maria Ellen Schlootz
    Diedrich Daniel Krauss
    Karin Jana Pallaske
    Mario Can Taylanlar

    Kritiken

    Angie Dullinger, Münchner Abendzeitung, 16.02.2002: Mit seinem fiktiven Porträt des RAF -Terroristen Andreas Baader polarisierte der junge Regisseur den Wettbewerb (der Berlinale) bis in die Erregung.

    Blickpunkt:Film: 9/02: Gut und Böse scheinen demzufolge nur eine Frage der Perspektive zu sein, wie schon bei De Niro und Pacino in ‘Heat‘, bei Keitel, Davis und Sarandon in ‘Thelma & Louise‘ oder William Holden und Robert Ryan in ‘The Wild Bunch‘. (...) Roth beherrscht die Filmsprache, versteht es, mit den Stilmitteln und Versatzstücken des Genrekinos umzugehen.

    Anke Sterneborg, Süddeutsche Zeitung, 16.02.2002: Hinter dem Bösen entdecken Roth und sein Co -Autor Moritz von Uslar das Banale, hinter dem Krieg das Kinderspiel, hinter der Historie das Genrekino und hintern den Gegnern das Gemeinsame. (...) Kritiker werden Christopher Roth vorwerfen, dass er keine klare Stellung bezieht - dabei ist es eigentlich eine gute Nachricht , dass sich das deutsche Kino diese Freiheit nimmt.