Atempause

    Aus Film-Lexikon.de

    27. Januar 1945, Auschwitz. Die Rote Armee befreit die letzten Überlebenden des von den Nationalsozialisten fluchtartig verlassenen Vernichtungslagers. Primo, ein junger italienischer Chemiker, gehört zu den Befreiten. Für ihn und für einige seiner Kameraden beginnt ein langer Weg zurück ins Leben, eine Monate dauernde Odyssee durch das vom Krieg gezeichnete Europa ...



    Filmstab

    Regie Francesco Rosi
    Drehbuch Francesco Rosi, Stefano Rulli, Sandro Petraglia
    Vorlage Roman "Die Atempause" von Primo Levi
    Kamera Pasqualino de Santis, Marco Pontecorvo
    Schnitt Ruggero Mastroianni, Bruno Sarandrea
    Musik Luis Bacalov
    Produktion Leo Pescarolo, Guido De Laurentiis für 3 Emme / Stephan Films / UGC Images / T&G Film / Dazu Film

    Darsteller

    Der Grieche Rade Serbedzija
    Primo John Turturro
    Cesare Massimo Ghini
    Daniele Stefano Dionisi
    Col. Rovi Teco Celio
    Unverdorben Roberto Citran
    Ferrari Claudio Bisio
    D'Agata Andy Luotto
    Galina Agnieszke Wagner
    Flora Lorenza Indovina

    Kritiken

    Dirk Jasper: Francesco Rosi hat in eindrucksvollen Bildern die autobiographische Geschichte Primo Levis verfilmt. Ein Film, dessen wichtige, zeitlose Themen, die Poesie, die menschliche Bedeutsamkeit und die eindringliche Warnung vor antisemitischen Vorstellungen und deren furchtbaren Konsequenzen, zugleich bewegen und überzeugen.

    kultur SPIEGEL 04/1999: Eine Gruppe von Italienern hat Auschwitz überlebt und tritt die Heimreise an. Die Freiheit schüchtert Primo (John Turturro) und seine Weggefährten ein: Sie fürchten die russischen Soldaten und irren hilfloc und hungernd durch das verwüstete Osteuropa: Nur mühsam erlernen sie wieder, was der Terror im KZ verschüttet hatte: das Lachen, die Liebe und die Fähigkeit zu verzeihen. Bei allem pädagogischen Ernst verfilmte Francesca Rosi den autobiographischen Roman von Primo Levi mit dem gleichen Optimismus, der schon Benignis "Das Leben ist schön" auszeichnete.

    TV Today 07/1999: Ein eingesunkener John Turturro verkörpert eindrucksvoll den tramatisierten Dichter, dessen Erlebnisbericht dem Film von Francesco Rosin zugrunde liegt. Leider gelang es dem Regie-Altmeister nicht, Schauspielern wie Rade Serbedzija (als bärtig-vitaler Klischee-Grieche) eine Darstellung ohne krachende Übertreibungen abzufordern. Regisseur Rosi schaffte immer wieder bewegende Momente. Weil er aber manche Szene überfrachtet, gerät der Erzählfluss oft ins Stocken.