Animationsfilm

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    Animation bezeichnet die Technik, durch die schnell wechselnde Anzeige von Einzelbildern ein bewegtes Bild zu schaffen. Hierfür werden die Sequenzen mit 24 Bildern pro Sekunde wiedergegeben, wodurch die Illusion einer flüssigen Bewegung entsteht. Allerdings ist hiermit ein enormer Aufwand verbunden, da ein 90 Minuten langer Film knapp 130.000 Einzelbilder erfordert. Diese können gezeichnet, fotografiert oder im Computer berechnet sein. Die Animationstechnik bietet die Möglichkeit, Bewegungen zu verzerren oder anders umzusetzen, um komische oder dramatische Effekte zu erzielen - ein Beispiel ist das bekannte "In-der-Luft-Stehenbleiben", bis die Zeichentrickfigur in den Abgrund stürzt.

    Auch jenseits von kompletten Animationsfilmen kommt heutzutage kaum ein Film ohne Computeranimation aus. Dies können Retuschearbeiten, Spezialeffekte oder computergenerierte Charaktere sein, beispielsweise Gollum aus der Trilogie Der Herr der Ringe. Aber auch Zeichentrickfiguren können in Spielfilmen interaktiv mit den Protagonisten agieren: Dies zeigen Meister Eder und sein Pumuckl (1982) oder Space Jam (1996).

    Subgenres

    Je nach Stil und Technik lassen sich Animationsfilme in verschiedene Untergattungen einteilen:

    Zeichentrickfilm

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    Zeichentrickfilme sind die bekanntesten und am weitesten verbreiten Animationsfilme. Die Einzelbilder sind gezeichnet und ergeben meist zweidimensionale Bewegungen. Diese Zeichnungen unterscheiden sich Bild für Bild minimal von einander und erzeugen in schneller Abfolge eine flüssige Bewegung. Im privaten Bereich kann dies als per Hand gezeichnetes Daumenkino getestet werden, im kommerziellen Bereich werden diese Bilder heutzutage üblicherweise eingescannt und digital weiterverarbeitet.

    Neben diversen TV-Zeichentrickserien wurden insbesondere die abendfüllenden Zeichentrickfilme der Walt Disney Studios bekannt, beispielsweise Die Hexe und der Zauberer - Merlin und Mim (1963), Aladdin (1992), Der König der Löwen (1994), Hercules (1997) und Bärenbrüder (2004). Beliebt waren und sind obendrein die zahlreichen Verfilmungen der Asterix-Comics, angefangen mit Asterix, der Gallier (1967). Auch wenn der Trend im Kino deutlich zum computeranimierten dreidimensionalen Film geht, so erscheinen noch heute sehr erfolgreiche zweidimensionale Zeichentrickfilme, so 2007 Die Simpsons – Der Film.

    Computer-Animationsfilm

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    Moderne Computeranimationsfilme werden in der Regel halb automatisch erzeugt. Es ist nicht mehr nötig, jedes Einzelbild separat zu zeichnen. Auf jegliche digitalisierte Vorlage, wie eingescannte Zeichnungen, kann verzichtet werden, stattdessen werden häufig Vektordaten der Objekte in zwei oder drei Dimensionen als Grundlage verwendet. Die Informationen über Aussehen und Bewegung sämtlicher Objekte werden zusammengefügt, bis letztlich jedes nötige Einzelbild berechnet werden kann.

    1995 erschien mit Toy Story der erste komplett im Computer entstandene Kinofilm. Seitdem befinden sich Computeranimationsfilme auf dem Siegeszug. 2001 erschienen mit Die Monster AG und Shrek - Der tollkühne Held zwei sehr erfolgreiche Filme und mit Final Fantasy - Die Mächte in dir der erste vollständig im Computer entstandene Film mit realistisch wirkenden menschlichen Figuren. Ice Age (2002), Findet Nemo (2003), Die Unglaublichen (2004), Madagascar (2005) und Flutsch und weg (2006) sowie WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf (2008) sind einige erfolgreiche Beispiele der letzten Jahre.

    Animefilm

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    Der Begriff Anime bezeichnet in Japan produzierte Animationsfilme mit teilweise auch in westlichen Ländern großem kommerziellem Erfolg. Diese Filme sind fester Bestandteil des japanischen Kulturgutes. Im Gegensatz zu europäischen und amerikanischen Animationsfilmen, die vor allem auf ein jüngeres Publikum abzielen, gibt es bei Anime ein großes Themenspektrum für alle Altersstufen. Die Charaktere zeichnen sich meist durch übergroße Augen und exzentrische Frisuren aus.

    Die erfolgreichsten Animefilme im deutschen Kino waren die drei Pokémon-Filme. Ebenfalls bekannt sind Prinzessin Mononoke (2001), Chihiros Reise ins Zauberland (2003) und Das wandelnde Schloss (2005).