Anamaria Marinca

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    rumänische Schauspielerin; * 01. April 1978 Iaşi, Rumänien

    Anamaria Marinca wurde 1978 in Iaşi, im Nordosten Rumäniens, in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Ab dem sechsten Lebensjahr eiferte sie ihrer Mutter, einer Violinistin, nach, die später Rumänien verließ und in den Westen floh. Marinca studierte das Geigespiel bis zum achtzehnten Lebensjahr, ehe sie in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Schauspielers, trat. Sie studierte Schauspielerei an der Kunsthochschule George-Enescu, wo sie von ihrem Vater unterrichtet wurde. Ihre weitere Ausbildung verbrachte sie am Teatrul Tineretului, dem Jugendtheater von Piatra Neamţ. Dort gelang ihr später der Wechsel in die Theatergruppe Actiune Teatrala 05, wo sie mit dem französischen Theaterregisseur Christian Benedetti vom Pariser Studio-Théâtre zusammen arbeitete. Unter seiner Regie erschien sie im Januar 2004 in Edward Bonds Theaterstück Children, dem sowohl Auftritte in Bühnenstücken von Alexandre Dumas und August Strindberg als auch modernere Stoffe von Heiner Müller, den rumänischen Erstaufführungen der Werke Sarah Kanes (Zerbombt, Gier, 4.48 Psychose) oder rumänischen Stücken folgten. Dadurch konnte sich Marinca, die auch Engagements für mehrere Theaterfestivals in Osteuropa erhielt, schnell als ernstzunehmende Theaterschauspielerin in ihrem Heimatland etablieren und wechselte später zur Theaterkompanie Bulandra nach Bukarest.

    Parallel zur Arbeit am Theater gab Anamaria Marinca 2004 ihr Debüt als Schauspielerin im internationalen Fernsehen, nachdem sie in Bukarest bei einem Casting für Peter Yates zweiteiliges Fernsehspiel Sex Traffic entdeckt worden war.[4] In dem vierstündigen Drama, das in Rumänien und London abgedreht wurde, schlüpft sie gemeinsam mit ihrer Landsmännin Maria Popistaşu in die Rollen von zwei moldawischen Teenagern, denen eine bessere berufliche Zukunft in London versprochen wird. Tatsächlich geraten die Mädchen an Menschenhändler, die die beiden Schwestern quer durch Rumänien, Serbien, Albanien und Italien nach Großbritannien verschleppen und sie zwingen, der Prostitution nachzugehen. Der kanadisch-britischen Koproduktion (produziert von CBC und Channel 4) war Erfolg bei internationalen Kritikern beschieden, die Yates' Studie als deprimierenden und glaubwürdigen Blick auf die schmutzige Realität des Geschäfts der sexuellen Sklaverei und Korruption bewerteten. Ebenso im Fokus der Kritiker stand die als „hypnotisch“ betitelte Schauspielleistung von Anamaria Marinca. Der Part der Elena, der älteren der beiden verschleppten Schwestern, brachte ihr im Februar 2005 unter anderem den britischen Fernsehpreis BAFTA als beste Darstellerin ein, wo sie sich gegen so renommierte Aktricen wie Brenda Blethyn (Familienanschluß) durchsetzen konnte.

    Nach dem Erfolg von Sex Traffic zog Anamaria Marinca nach London, wo sie im Frühjahr 2006 ihr Londoner Bühnendebüt am Lyttelton Theatre in der National-Theatre-Produktion von William Shakespeares Maß für Maß gab. Im selben Jahr erschien sie in einer Episode der britischen Fernsehserie Hotel Babylon der BBC. 2007 bekleidete Marinca die Rolle der Yasim in Iain B. MacDonalds dramatischem Fernsehmehrteiler The Last Enemy (2007), in dem sie an der Seite von Robert Carlyle, Max Beesley und Geraldine James auftrat. Für ihr Kinodebüt kehrte sie zurück nach Rumänien, wo sie mit Cristian Mungiu zusammen an 4 luni, 3 săptămâni şi 2 zile (dt.: 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage) arbeitete. Der Film zeigt vor dem Hintergrund des Ceauşescu-Regimes im Jahr 1987 die Geschichte zweier rumänischer Studentinnen, die sich mit dem Problem einer ungewollten Schwangerschaft konfrontiert sehen. 4 luni, 3 săptămâni şi 2 zile feierte seine Welturaufführung 2007 auf den 60. Filmfestspielen von Cannes, wo er im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten war. Mit dem von deutschen Filmkritikern als „magenerschütternd“, „beklemmend“, „stark“ und „großartig besetzt“ bewerteten Drama konnte Marinca an den vorangegangenen Erfolg anknüpfen. Das Porträt der Otilia, die ihrer Mitstudentin Gabita (gespielt von Laura Vasiliu) bei der illegalen Abtreibung ihres Kindes behilflich ist, brachte ihr gemeinsam mit der Russin Galina Wischnewskaja (Alexandra) und der Südkoreanerin Jeon Do-yeon (Secret Sunshine) einen Favoritenstatus auf den Preis für die beste Schauspielerin des Filmfestivals ein. Zwar verlor Marinca den Darstellerpreis an Do-yeon, doch Mungius Film wurde mit der Goldenen Palme prämiert und machte die rumänische Schauspielerin einem weltweiten Kinopublikum bekannt. Monate später erhielt sie für 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis und den Shooting Star Award auf der Berlinale 2008.

    Ebenfalls im Jahr 2007 abgedreht wurde Francis Ford Coppolas Jugend ohne Jugend, in dem Marinca in einer Nebenrolle an der Seite von Tim Roth, Alexandra Maria Lara und Bruno Ganz zu sehen war. 2008 gibt sie dem rumänischen Film Boogie von Radu Muntean und Julie Delpys internationaler Produktion Die Gräfin den Vorzug, einem Historienfilm über das Leben der ungarischen Gräfin und Serienmörderin Erzsébet Báthorys (1560–1614). Erneut Lob seitens der Kritiker erhielt Marinca für ihre Rolle in Hans-Christian Schmids englischsprachigen Politdrama Sturm. An der Seite von Kerry Fox ist sie als in Berlin lebende Bosnierin zu sehen, die vor dem Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag gegen einen mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrecher aussagen muss. Der Film erhielt eine Einladung in den Wettbewerb der 59. Filmfestspiele von Berlin. Quelle: wikipedia


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