An deiner Schulter

    Aus Film-Lexikon.de

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    Zusammen mit ihrem Ehemann und vier fast erwachsenen Töchtern lebt Terry Wolfmeyer im imposanten Eigenheim in einer beschaulichen Vorstadtsiedlung. Ja, man könnte sie wohl als den Prototyp der glücklichen, us-amerikanischen Hausfrau bezeichnen. Doch als ihr Mann urplötzlich von einem Tag auf den anderen verschwindet, kennt Terrys Wut keine Grenzen. Schlimmer noch: sie muss den Töchtern erklären, dass der geliebte Vater mit seiner sehr viel jüngeren Sekretärin nach Schweden durchgebrannt ist und nicht mehr in den Schoß der Familie zurückkehren wird. Während die Töchter versuchen, selbst mit der neuen Situation zurecht zu kommen, müssen sie von nun an auch noch die unberechenbaren Launen der Mutter ertragen.

    Auch Nachbar Denny, ein liebenswürdiger aber auch irgendwie hoffnungsloser Ex-Baseball-Star, hat schon bessere Zeiten erlebt. Noch zehrt er vom Ruhm vergangener Tage und schlägt sich bei einem kleinen privaten Radiosender als eine Art DJ durch, aber auch er hadert mit seinem Schicksal.

    Als Denny zufällig im Hause der Wolfmeyers vorbeischaut, ahnt er noch nicht, in was für einen Schlamassel er da hinein tappt. Denn so sehr er und Terry sich eigentlich nicht ausstehen können, so sehr scheinen sie sich auch anzuziehen. Ein Unglück kommt eben selten allein, und wer rechnen kann, weiß längst: Minus mal Minus ergibt ...



    Filmstab

    Regie Mike Binder
    Drehbuch Mike Binder
    Kamera Richard Greatrex
    Schnitt Steve Edwards, Robin Sales
    Musik Alexandre Desplat
    Produktion Jack Binder, Alex Gartner, Sammy Lee

    Darsteller

    Terry Wolfmeyer Joan Allen
    Denny Davies Kevin Costner
    Andy Wolfmeyer Erika Christensen
    Lavender "Popeye" Wolfmeyer Evan Rachel Wood
    Emily Wolfmeyer Keri Russell
    Hadley Wolfmeyer Alicia Witt
    Adam "Shep" Goodman Mike Binder
    David Junior Tom Harper
    Gorden Reiner Dane Christensen
    Grey Wolfmeyer Danny Webb

    Kritiken

    Nina Jerzy (Rhein-Zeitung 7. Juli 2005): Mike Binder, Regisseur, Autor und Nebendarsteller in Personalunion, hat die Rolle der Terry seiner Hauptdarstellerin Joan Allen auf den Leib geschrieben. Die drei Mal für den Oscar nominierte Ausnahme-Mimin dankt es ihm mit einer schauspielerischen Tour de Force und füllt das Klischee der verlassenen Ehefrau mit Glaubwürdigkeit und Realismus. (...) Der Part der Terry ist jedoch Joan Allens Meisterstück. Neben allem Drama bekommt sie hier ausreichend Gelegenheit, endlich einmal ihre komische Seite auf der Leinwand auszuleben und nebenbei noch formvollendet zur Furie zu mutieren. Ebenfalls in glänzender Form präsentiert sich Kevin Costner. (...) Mit zehn extra angefutterten Kilos mehr auf den Rippen fühlt sich Kevin Costner in seiner Rolle sichtlich wohl. Sein Denny ist nicht perfekt, dafür erweist er sich aber durch seine Geradlinigkeit als der ruhende Pol der Geschichte. Mike Binder ist mit An deiner Schulter ein unaufgeregter und aufrichtiger Film über Liebe und Familie geglückt, dem lediglich der schwülstige deutsche Titel nicht gerecht wird.

    Der Spiegel 27/2005: Selten zuvor wurde das Drama des Verlassenwerdens, das die Heldin zwischen Wut, Selbstmitleid und Entschlossenheit pendeln lässt und so zum Spielball ihrer eigenen Gefühle macht, auf der Leinwand so eindringlich und unbeschwert dargestellt. Dank eines lebensklugen Humors, eines feinen Gespürs für emotionale Verletzungen und großartiger Darsteller gelingt Regisseur Mike Binder einer der schönsten und reifsten Liebesfilme des Jahres.

    Dirk Jasper FilmLexikon: Eine Komödie, ein Drama, eine bittersüße Fantasie? Eine ambitionierte Charakterstudie, ein vielschichtiger Familienfilm, eine heitere Romanze? Nichts davon ist An deiner Schulter wirklich - und von allem doch ein wenig. Die siebte Regiearbeit des Multitalents Mike Binder wehrt sich gegen jede Form der Etikettierung und geht konsequent ihren eigenen Weg. Mal mag man sich an die komplexen Gefühle von Zeit der Zärtlichkeit erinnert fühlen, mal an die pointierte Zuspitzung von American Beauty, doch Mike Binder ist kein Epigone: Er erzählt frisch und originell und fügt nach Herzenslust Elemente zusammen, die man in dieser Kombination kaum je gesehen hat im us-amerikanischen Kino.


    Wertungen

    2.4 Sterne
    9 Bewertungen
    Original The Upside of Anger
    Jahr/Land 2005 / USA
    Genre Liebeskomödie
    Film-Verleih Tobis Film GmbH & Co. KG
    FSK ab 12 Jahre
    Laufzeit 118 Minuten
    Kinostart 07. Juli 2005