Amy Ryan

    Aus Film-Lexikon.de

    US-amerikanische Schauspielerin; * 30. November 1969 in Queens, New York City

    Parallel zu ihrer Arbeit am Theater begann Amy Ryan ab Anfang der 1990er Jahre regelmäßig in US-amerikanischen Fernsehserien und -filmen aufzutreten. Neben Gastrollen in so bekannten Serien wie As the World Turns (1990), Emergency Room – Die Notaufnahme (1995) und Chicago Hope – Endstation Hoffnung (1998) erhielt sie 1992 eine wiederkehrende Rolle als intrigante, schwangere Ex-Freundin von Peter Simmons in der NBC-Serie I'll Fly Away (1991–1993). Ihr Kinodebüt gab sie 1999 als Freundin von Kevin Corrigan in Eric Mandelbaums Drama Roberta, denen größere Rollen in den preisgekrönten US-amerikanischen Independentfilmen You Can Count on Me (2000), Keane (2004) und Bennett Millers Capote (2005) folgten, in denen u.a. Abigail Breslin, Chris Cooper, Philip Seymour Hoffman, Laura Linney und Mark Ruffalo ihre Filmpartner waren.

    Einem breiten Fernsehpublikum wurde Amy Ryan durch die wiederkehrende Rolle der Hafenpolizistin Beatrice „Beadie“ Russell in der HBO-Serie The Wire bekannt, die sie seit Beginn der zweiten Staffel im Jahr 2003 verkörpert. Mit dem Regiedebüt von Ben Affleck, dem Krimidrama Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel, stellte sich 2007 ihr Erfolg als Filmschauspielerin ein. In der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Dennis Lehane spielte Ryan in einer Nebenrolle eine alleinerziehende, drogenabhängige Mutter aus der Bostoner Unterschicht, deren vierjährige Tochter verschwunden ist.

    Die New York Times bewertete in ihrer Filmkritik Ryans Rolle der Helene McCready als eine „mutige, sensationelle Schauspielleistung“, in der sie mit Stereotypen der „bad woman“ und den Sympathien der Zuschauer spiele. Die Boston Globe handelte sie als mögliche Kandidatin für eine Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für die Oscarverleihung 2008. Ryan wurde dann auch für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert und erfuhr zahlreiche Würdigungen von amerikanischen Filmkritiker-Verbänden, darunter durch das renommierte National Board of Review, den New York Film Critics Circle und die Los Angeles Film Critics Association.

    Im gleichen Jahr war Ryan in vier weiteren Kinoproduktionen vertreten, darunter in Sidney Lumets Krimidrama Tödliche Entscheidung – Before the Devil Knows You’re Dead, erneut neben Philip Seymour Hoffman und neben Ethan Hawke, und in Noah Buschels Filmbiografie Neal Cassady als Ehefrau des gleichnamigen Beatnik-Idols. 2008 gehörte sie neben Angelina Jolie und John Malkovich zum Schauspielerensemble von Clint Eastwoods auf einem wahren Fall basierenden Thriller Der fremde Sohn und bekleidete mit dem Part der Holly Flax eine wiederkehrende Rolle in der Fernsehserie Das Büro (2008–2011). Ihre Leistung als Objekt der Begierde von Hauptdarsteller Steve Carell brachte ihr eine Nominierung beim Fernsehfestival von Monte Carlo als beste Komödiendarstellerin ein. 2010 war Ryan als scheue Freundin von Philip Seymour Hoffman in dessen romantischer Komödie Jack in Love sowie als naive Reporterin in Paul Greengrass' Politthriller Green Zone zu sehen. Im selben Jahr folgte eine wiederkehrende Rolle als Therapeutin an der Seite von Gabriel Byrne in der Fernsehserie In Treatment – Der Therapeut. 2011 agierte Ryan in der Sportkomödie Win Win als geradlinige Ehefrau von Paul Giamatti, während sie im selben Jahr von dem Filmkritiker John Patterson (The Guardian) als eine der interessantesten Schauspielerinnen des zeitgenössischen US-amerikanischen Kinos hochgelobt wurde, der sie mit so bekannten europäischen Schauspielerinnen wie Isabelle Huppert, Liv Ullmann oder Hanna Schygulla verglich.

    Amy Ryan ist mit dem New Yorker Komödienautor Eric Slovin verlobt. Aus der Beziehung stammt eine Tochter (* 2009). Zuvor war sie u. a. langjährig mit ihrem irischen Schauspielkollegen Brían F. O’Byrne liiert gewesen. Quelle: wikipedia


    Filmografie - Darsteller


    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Film
    nom 2007 Beste Nebendarstellerin --