Zerbrochene Zweige
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: Park Jae-Ho spiegelt in den drei Episoden von "Broken Branches" wichtige Phasen der südkoreanischen Geschichte seit dem Korea-Krieg in der Geschichte der Familie Jung-Mins und fordert auf diese Weise dazu auf, die traditionellen Begriffe von Heimat und Familie aufgrund des gesellschaftlichen Wandels in Südkorea zu überdenken. Die vom unnahbaren Vater dominierte Großfamilie, in der Jung-Min aufwächst, fällt mit der Rebellion der Jugendlichen gegen das autoritäre System auseinander. Jung-Min hat aufgrund seiner Homosexualität allerdings nicht die Absicht, selbst eine Familie zu gründen. Seine Lebenshaltung stellt damit trotz seiner äußerlichen Angepaßtheit eine totale Herausforderung der konfuzianischen Familienvorstellung dar. Das macht "Broken Branches" zu einem außergewöhnlichen und provokativen Film, da er zum ersten Mal im koreanischen Kino Homosexualität offen thematisiert und hinterfragt, was eine Familie ausmacht. Die Kunst Park Jae-Hos besteht darin, daß er für jede Episode einen eigenen Ton und Inszenierungsstil gefunden hat, der nicht nur dem Zeitklima, sondern auch der Entwicklung der Hauptfiguren gerecht wird.
Bemerkungen
Regisseur Park Jae-Ho, geboren 1958, studierte bis 1983 Film an der koreanischen Filmhochschule, arbeitete dann zunächst als Regieassistent und drehte mit "Free Wife" 1990 seinen ersten Film. Zwischen 1991 und 1994 entwarf und realisierte er Werbefilme. "Broken Branches" ist sein zweiter Spielfilm.