Woody Allen

    Aus Film-Lexikon.de

    US-amerikanischer Filmregisseur, -schauspieler und Drehbuchautor; * 01. Dezember 1935 in Brooklyn, New York

    eigentlich: Allen Stewart Konigsberg;

    Der Sohn eines Kellners und gebürtige New Yorker stand mit 17 Jahren erstmals auf der Bühne. Er belieferte als Ghostwriter US-Komiker wie John Patt und Bob Hope und machte sich zugleich als Schriftsteller einen Namen. Seine satirischen Artikel fanden bei renommierten Zeitschriften wie dem "Playboy" oder "New Yorker" reißenden Absatz. 1957 mit dem Sylvania-Preis ausgezeichnet, wurde er im selben Jahr als TV-Autor für den "Emmy" nominiert. Der große Durchbruch als Filmkomiker gelang ihm dann 1965 mit seinem Drehbuch für "Was gibt's Neues, Pussy?" ("What's New, Pussycat?").

    Durch den Erfolg ermutigt, funktionierte er sich zu einem Einmann-Betrieb um: Drehbuchautor und Hauptdarsteller in einem, führte er bei fast allen folgenden Projekten auch selbst Regie: "Woody, der Unglücksrabe" ("Take the Money and Run", 1969), "Bananas" (1971), "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten..." ("Everything You Always Wanted to Know About Sex, but Were Afraid to Ask", 1971), "Mach's noch einmal, Sam" ("Play it Again, Sam", 1972) oder "Die letzte Nacht des Boris Gruschenko" ("Love and Death", 1975).

    Wie sehr die meist bitterbösen Satiren aus dem (bzw. seinem) Leben gegriffen sind, zeigt sich deutlich in dem 1976 gedrehten Publikumserfolg "Der Stadtneurotiker" ("Annie Hall"), der eine fast biografische Verfilmung von Woodys Beziehung zu Diane Keaton ist. Die Aktrice spielte übrigens auch im Film die weibliche Hauptrolle, Allen die männliche. Der Streifen wurde mit vier Oscars - bestes Drehbuch, beste Regie, bester Hauptdarsteller, bester Film des Jahres 1977 - ausgezeichnet, von denen die ersteren beiden an Allen gingen.

    1982 entstand "Eine Mittsommernachts-Sexkomödie" ("A Midsummer Night's Sex Comedy") - sehr frei nach William Shakespeare. In diesem Film arbeitete er erstmals mit Mia Farrow zusammen, die später seine bevorzugte Hauptdarstellerin und Ehefrau wurde. 1987 erhielt Woody Allen für "Hanna und ihre Schwestern" ("Hannah and Her Sisters") erneut den Oscar, für bestes Drehbuch. 1994 geriet der Star in die Schlagzeilen, weil er ein Verhältnis mit seiner Adoptivtochter begonnen hatte. Die Ehe mit Mia Farrow wurde daraufhin geschieden.

    "Bullets Over Broadway" aus dem Jahr 1994 gehört mit "Broadway Danny Rose" (1984) und "The Purple Rose of Cairo" (1985) zu den Filmen, in denen Woody Allen auf ebenso bissige wie liebevolle Weise Milieus und Lebensräume beschreibt, die er selbst am Anfang seiner Karriere als Entertainer von innen studieren konnte: das ebenso farbige, lebendige wie gnadenlose und intrigante Geschäft mit der Unterhaltung.

    Zusätzlich zu seinen drei Oscars war er noch 18 Mal für den Oscar nominiert, davon einmal als Hauptdarsteller (für seine Rolle in "Der Stadtneurotiker"), fünfmal als Regisseur und zwölfmal als Drehbuchautor. Neben seinen zahlreichen weiteren Auszeichnungen wurde Allen 2002 als "Anerkennung der Genialität Allens" der Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte der Künste verliehen. Nebenbei verfolgt er noch eine Karriere als Jazzmusiker.


    Filmografie - Darsteller


    Filmografie - Regisseur


    Auszeichnungen

    N/W Jahr Kategorie Film
    Oscar.jpg 1977 Beste Regie Der Stadtneurotiker
    Oscar.jpg 2011 Bestes Originaldrehbuch Midnight in Paris
    Oscar.jpg 1986 Bestes Originaldrehbuch Hannah und ihre Schwestern
    nom 1977 Bester Hauptdarsteller Der Stadtneurotiker
    nom 1984 Beste Regie Broadway Danny Rose
    nom 1986 Beste Regie Hannah und ihre Schwestern
    nom 1989 Beste Regie Verbrechen und andere Kleinigkeiten
    nom 2011 Beste Regie Midnight in Paris
    nom 1994 Beste Regie Bullets Over Broadway
    nom 1978 Beste Regie Innenleben
    nom 2013 Bestes Originaldrehbuch Blue Jasmine
    nom 1995 Bestes Originaldrehbuch Geliebte Aphrodite
    nom 1987 Bestes Originaldrehbuch Radio Days
    nom 1978 Bestes Originaldrehbuch Innenleben
    nom 1992 Bestes Originaldrehbuch Ehemänner und Ehefrauen
    nom 1997 Bestes Originaldrehbuch Harry ausser sich
    nom 1990 Bestes Originaldrehbuch Alice
    nom 1985 Bestes Originaldrehbuch The Purple Rose Of Cairo
    nom 1984 Bestes Originaldrehbuch Broadway Danny Rose
    nom 2005 Bestes Originaldrehbuch Match Point
    nom 1989 Bestes Originaldrehbuch Verbrechen und andere Kleinigkeiten