Wallers letzter Gang
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Frankfurter Rundschau 02.11.1988: Ein Film von lange bei uns nicht mehr gesehener epischer Intensität und erzählerischer Dichte.
Die Welt 02.11.1988: So unsentimental und doch voller Gefühl hat selten ein Film Vergangenheit und Gegenwart reflektiert.
Die Zeit 04.11.1988: Der Film ist ein großes Epos von beeindruckender formaler Könnerschaft.
Bemerkungen
"Wallers letzter Gang" ist das vielbeachtete Spielfilmdebüt des jungen Allgäuer Regisseurs Christian Wagner, das frei nach dem Roman "Die Strecke" von Gerhard Köpf entstanden ist. Bereits im Sommer 1981 hatte Wagner mit Recherchen an der Bahnlinie Kempten-Isny, die von der Stillegung bedroht war, begonnen. Aber erst nach dem Abschluß seines Studiums der Germanistik, Theaterwissenschaft und Psychologie, das er von 1981 - 85 in München absolvierte, fand er die Zeit, den Geschichten und dem Beruf des Streckengehers buchstäblich nachzugehen. Die Vorbereitung und die Dreharbeiten waren ein ständiger Kampf gegen das Verschwinden der Drehorte. An einem der letzten Drehtage wurde dann auch die neue Autobahn, die die Bahnlinie verdrängte, feierlich eingeweiht. In "Wallers letzter Gang" verbindet sich diese Realität mit der fiktiven Geschichte des alten Streckengehers, die Wagner in sensible und eindringliche Bilder umsetzt. Humor und Melancholie, Ruhe und Bewegung gehen hier Hand in Hand. Christian Wagners Film beweist, daß man eine Geschichte leise und poetisch, gleichzeitig aber auch spannend erzählen kann. "Wallers letzter Gang", 1988 in Hof uraufgeführt, fand bei der Kritik breite Anerkennung und wurde mit dem Bayerischen Filmpreis 1988 und dem Bundesfilmpreis 1989 ausgezeichnet.