Unternehmen Paradies
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Die Welt: Unternehmen Paradies verzichtet ganz auf Statements, auch Originaltöne gibt es kaum. Das Visuelle dominiert, unterstützt von meist glücklich gewählten musikalischen Themen. "Unternehmen Paradies" von Volker Sattel beginnt mit Kamerafahrten durch Neubausiedlungen, hält Szenen in disparaten Räumen der Stadt fest. Die Fotografie ist präzise, die Kompositionen verblüffend schön. Oft sind es mit dem Teleobjektiv erhaschte, fast wie mit versteckter Apparatur gestohlen anmutende kleine Szenen, die hier versammelt sind. Der Umbau Berlins führt nicht ins Paradies, aber in eine neue, widersprüchliche Stadt. Volker Sattels Film hält bestimmte ihrer Momente höchst artifiziell fest. Es gibt viele ein-prägsame Szenen, meist sind es die Momente, in denen Menschen einsam in Architekturwelten aufzu-treten scheinen. Der distanzierte Blick macht uns Berlin fremd, merkwürdig, interessant. Das ist eine große Leistung.
Berliner Zeitung, 24.3.2005: Diese Dokumentation erkundet die Schauplätze des Berliner Stadtlebens und erzählt von gesellschaftlichen und politischen Happenings zwischen Staatsbesuchen, Demonstrationen und Erotikmesse. Eigenwillig umkreist die Kamera die architektonischen Strukturen und Knotenpunkte Berlins, zieht eine Spur durch idyllische Neubausiedlungen, neue Konsumwelten und transparente Bürokomplexe. Es gibt keine Hauptfigur und nur wenig Sprache, denn die Kamera erzählt alle Geschichten. Sehr empfehlenswert.
Berliner Morgenpost: Es ist heiß im sommerlichen Berlin des Volker Sattel, das Licht verstärkt dessen surrealen Blick. Und es ist leider ein Film zur falschen Zeit. Clinton ist lange weg, der Potsdamer Platz lange fertig, der nächste Sommer noch weit entfernt. "Unternehmen Paradies" hatte schon vor drei Jahren, als er fertig gestellt war, historischen Charakter. Heute wirkt er wie aus der Zeit gefallen.
Produktion
Andreas Eicher, Philipp Homberg, Volker Sattel