Rangoon
Aus Film-Lexikon.de
|
|
Kritiken
Cinema: Als hätte "Smaragdwald"-Regisseur John Boorman "Casablanca" mit "Indiana Jones" gekreuzt - so sieht "Rangoon" über weite Strecken aus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger ist dabei herausgekommen als ein spannender Abenteuerfilm, der alles hat, was das Genre braucht: Der Dschungel dampft geheimnisvoll, die Heldin rettet sich (übrigens ohne starken Mann!) von einem Cliffhanger zum anderen, die Bösen sind abgrundtief böse, die Guten wahre Heilige, die permanent buddhistisch-weise Sprüche von sich gaben (da übertreibt Boorman ein wenig). Mag sein, daß "Rangoon" politische Schwarzweißmalerei betreibt. Aber wenn schon Aufklärung, dann bitte so aufwühlend und unmittelbar wie hier. / Ambitioniertes Politdrama, in dem die Bilder mehr sagen als die Dialoge.
Kölner Stadt-Anzeiger: Boorman ist ein ausgezeichneter Kenner des Kinos, und er ist ein Meister seiner Möglichkeiten. Sein Stil ist diesmal so traditionell, daß er sogar vor einer Geisteraufnahme des verstorbenen Kindes seiner Heldin nicht zurückschreckt. Dieses formale Mittel war schon 1941 antiquiert, als es Frank Borzage in "Smiling Through" verwandte. Am Ende von Boormans Film aber ist es stimmig, und das ist eine erstaunliche Leistung. Bei allen Widersprüchen, inhaltlichen und sprachlichen Platitüden, gehört "Rangoon" visuell zum Schönsten, was man derzeit im Kino erleben kann.
Kino News: Unter der Regie von John Boorman läuft die Schauspielerin Patricia Arquette zur Höchstform auf. Eine hochinteressante Story sowie Unterhaltung und Spannung auf anspruchsvollstem Niveau werden in diesem Politthriller geboten.
Bemerkungen
Videostart: 9. Januar 1996. Video im Vollbild-Format.
Produktion
Barry Spikings, Eric Pleskow, John Boorman für Castle Rock Entertainment