Nathalie
Aus Film-Lexikon.de
|
|
Kritiken
Dirk Jasper: Mit einem Star-Ensemble (Fanny Ardant, Emmanuelle Béart, Gerard Depardieu) erzählt Regisseurin Anne Fontaine eine aufregende Geschichte von Lüge, Liebe und Leidenschaft. Eine Geschichte, wie sie in den besten, aber etwas in die Jahre gekommenen Ehen vorkommen kann. Mit einer mutigen, ungewöhnlichen Aktion sprengt die Hauptdarstellerin den Teufelskreis aus Eifersucht und Verletzung und macht die Affäre ihres Mannes zu einem Prüfstein eigener Wünsche und Begierden. Ihr gelingt das Kunststück, sich einerseits selbst als Frau neu zu entdecken und damit andererseits auch ihrer Ehe wieder erotische Spannung zu geben.
Bernhard Blöchl (Rhein-Zeitung 6. August 2004): Sex findet allein im Kopf der Zuschauer statt. Fontaine inszeniert die tabulosen Gespräche eher kühl und subtil. Einen Film über Fantasie wollte die Französin machen. Das ist ihr gelungen. So lebt der Film "Nathalie" in erster Linie von den Charakteren, allen voran Emmanuelle Béart als ausgefuchstes Callgirl. Auch Depardieu und Fanny Ardant füllen ihre Rollen mit viel Feingefühl. Am Ende überrascht das intelligente Erotik-Drama mit einem dramaturgisch gelungenen Finale.
film-dienst 16/2004: Zurückhaltende Beschreibung eines außergewöhnlichen Beziehungsdreiecks, in deren Verlauf die wechselseitige Abhängigkeit der beiden Frauen, die zwischen Komplizenschaft und Rivalität changiert, ins Zentrum rückt. In ruhigem Stil inszeniertes Ehedrama, das die Befindlichkeit der bürgerlichen Intimität auslotet und den Zuschauer mit einer Grauzone der Gefühle konfrontiert.