Narren des Schicksals
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: "Narren des Schicksals" - sind wir das nicht alle? Pat O'Connors Film ist eine bewegende Liebesgeschichte; das Porträt einer Gruppe Menschen in einem Strudel von Ereignissen, deren Kontrolle sich ihnen entzieht; in einem Land am Rande Europas, das eine Identität hat und dennoch bis heute zerrissen ist. Der irische Regisseur Pat O'Connor schuf nach einem Roman seines Landsmannes William Trevor das sensible und emotionsgeladene Porträt eines faszinierenden Landes, in dem auch filmisch Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschmelzen. Der aus Deutschland stammende Oscar-Preisträger Hans Zimmer ("Der König der Löwen") komponierte dazu eine die Gefühle unterstreichende Musik, in der sich klassische Elemente mit irischer Folklore mischen.
Bemerkungen
"Wir können die Gegenwart nicht verstehen, ohne etwas über die Vergangenheit zu wissen. Die Vergangenheit ist Bestandteil der Gegenwart. Das lernt jeder von uns irgendwann." Das erklärt Pater Kilgarriff dem kleinen Willie Quinton. 1920, der Erste Weltkrieg ist zu Ende, doch Irland scheint nicht zur Ruhe kommen zu können. Bis heute nicht. Regisseur Pat O'Connor hatte bereits in seinem Spielfilmdebut "Cal" (1984) ein irisches Thema verarbeitet. Dann hatte es ihn - wie viele seiner Landsleute nach Amerika verschlagen, wo er mit Kevin Kline und Mary Elizabeth Mastrantonio den Thriller "Im Zeichen der Jungfrau" (The January Man, 1989) drehte. Mit "Die Narren des Schicksals" kehrte O'Connor geographisch und thematisch in seine irische Heimat zurück. Für die aufwendige Familiengeschichte konnten eine Reihe namhafter Darsteller verpflichtet werden: Englands wohl bekannteste internationale Darstellerin (vor Emma Thompsons Zeit) Julie Christie ("Darling", "Wenn die Gondeln Trauer tragen"); Shakespeare-Darsteller Michael Kitchen, der Robert Redfords treuen Freund in "Jenseits von Afrika" spielte; Iain Glen, der für "Der lautlose Schrei" ("Silent Scream") 1990 bei den Berliner Filmfestspielen den Darstellerpreis gewann und auch in "Gorillas im Nebel" und "Land der schwarzen Sonne" zu sehen war; sowie nicht zuletzt die Amerikanerin Mary Elizabeth Mastrantonio, die in "Abyss - Abgrund des Todes" Ed Harris und in "Robin Hood - König der Diebe" Kevin Costner den Kopf verdrehte.