Männer al dente

    Aus Film-Lexikon.de

    Tommasos Familie genießt Ansehen in Lecce. Die Cantones sind Eigentümer einer Pasta-Fabrik, in der sein großer Bruder Antonio schon lange arbeitet. Nun ist er an der Reihe. Er hat sein Studium in Rom beendet und soll in den Familienbetrieb einsteigen. Und genau das will er vermeiden. Vor versammelter Mannschaft will er gestehen, dass er nicht der ist, für den sie ihn halten. Und dem Vater - durch das öffentliche Bekenntnis blamiert bis auf die Knochen - bleibt keine Wahl. Er muss Tommaso des Hauses verweisen - und der kann dann zurück in sein Leben nach Rom. Ein genialer und sicherer Plan. Aber dann kommt alles anders, als gedacht. Bei dem ersehnt gefürchteten Familienessen kommt ihm sein Bruder mit dem eigenen Geheimnis zuvor und wird an seiner Stelle davon gejagt. Zu allem Unglück erleidet der geschockte Vater einen Herzinfarkt und Tommaso sitzt fest: als Papas Liebling und neuer Firmenchef. Die Farce beginnt und man(n) muss da durch.



    Filmstab

    Regie Ferzan Ozpetek
    Drehbuch Ivan Cotroneo, Ferzan Ozpetek
    Kamera Maurizio Calvesi
    Schnitt Patrizio Marone
    Musik Pasquale Catalano
    Produktion Domenico Procacci

    Darsteller

    Tommaso - der jüngste Sohn der Cantones Riccardo Scamarcio
    Alba - Tommasos Verbündete und Tochter Brunettis Nicole Grimaudo
    Antonio - der älteste Sohn der Cantones Alessandro Preziosi
    Vincenzo - Padre Cantone Ennio Fantastichini
    Stefania - Mama Cantone Lunetta Savino
    Die Großmutter Ilaria Occhini
    Tante Luciana - die Schwester von Vincenzo Elena Sofia Ricci

    Kritiken

    Redaktion Film-Lexikon.de 2010-04:: Seinem deutschen Titel nach verspricht Männer al dente nicht mehr zu sein als eine seicht dahin plätschernde italienische Komödie. Doch die deutsche Namensgebung ist auch schon das einzige, was es an diesem Film ernsthaft auszusetzen gibt.

    Mit großer Überzeugungskraft schlüpfen die Darsteller in die Rollen der Familie Cantone, deren althergebrachte Ordnung empfindlich ins Wanken gerät, als die Erben des Familienunternehmens andere Pläne anmelden, als die, die der patriarchale Vater für sie vorgesehen hat. Darunter leidet das Familienoberhaupt so sehr, dass er droht zusammen mit der überkommenen Tradition unterzugehen.

    Die überkommene Tradition das ist die Philosophie des zu wahrenden äußeren Scheins: der Sohn verheimlicht seine Homosexualität, die Oma liebt ihren Schwager, die Tante verbirgt ihre Liebschaften, die Eltern geben trotz der Affäre des Vaters eine intakte Ehe vor ... die Cantones laufen sämtlich Gefahr, sich hinter ihrer angepassten Fassade selbst zu verlieren - und so steht jeder einzelne vor der Aufgabe, sich vom Schein zu lösen und zum Sein zu finden.

    Diesen schwierigen und mitunter schmerzhaften Prozess zeichnet der Film auf äußerst einfühlsame Art und Weise nach, wobei er es aber gleichzeitig nicht versäumt, einen mit seinem italienischen Charme zum Lachen zu bringen.