Jena Paradies
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: Stimmungsvolle Ost-Geschichte um den alltäglichen Kampf ums Glück. Auf vielschichtige Weise erzählt Marco Mittelstaedt in seinem Spielfilmdebüt von den Sehnsüchten und Problemen einer jungen Frau, die lernt, mit ihrer Situation als allein erziehende Mutter zurechtzukommen, und von Menschen, die hoffnungsvoll einen Ausbruch aus ihrem Alltag wagen.
Jan Brachmann (Berliner Zeitung): Dieser ganz fabelhafte gelungene Film geht aber über den traditionellen Plot von "Junge sucht Vater" weit hinaus. Er beschreibt durch genaue Beobachtungen die Differenzen von Lebensformen und -stilen unterschiedlicher Generationen aus dem Gebiet der DDR. Er beschreibt aber auch, wie viel Ich-Sucht in der vermeintlich "anti-autoritären" Erziehung bei den Eltern als Triebkraft wirkt, wie sehr die "Kumpelhaftigkeit" ein Ausdruck mangelnden Respekts ist, wie stark die Kinder heute auf andere Weise als früher unter dem emotionalen Selbst- verwirklichungsdruck ihrer Eltern stehen.
Cosima Lutz (Berliner Morgenpost): Jena Paradies ist kein Ost-West-Film und auch kein Sozialdrama über Alleinerziehende. Vielmehr wird dieser einstmals "gesetzlose Raum vor den Mauern der Stadt" ganz sachte zur Allegorie des Films. Alles darf darin zusammengebaut werden, ob es nun hält oder nicht. Die Schönheit dieses Films liegt darin, von einem Heilwerden zu erzählen, ohne die Anstrengungen, die es kostet, zu tilgen. Kunst und Liebe können sich das leisten.
Bemerkungen
Erste Aufführung: 12. Mai 2005
Produktion
Bernhard Koellisch, Sabine Manthey für Equinox Film; ZDF/Das kleine Fernsehspiel; Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin