Gangs Of New York
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Oliver Kreutzer (Rhein-Hunsrück-Zeitung, 21. Februar 2003): Was Martin Scorsesess 166-minütiges Werk zum fesselnden und schockierenden Erlebnis macht, ist seine radikale kulturgeschichtliche These: Kultur und Zivilisation erwachsen aus Gewalt und sind ohne nicht denkbar. In seinen Bildern von brutalen Massakern und Straßenschlachten, in denen das Blut knöchelhoch steht, in seiner Schock-Choreografie aus Schwenks, Schnitten, Zeitlupen und Detailaufnahmen verweigert dieses monumentale Epos jede Möglichkeit zur Distanz. Der Einbruch der Moderne stellt für Martin Scorsese keinen Fortschritt mehr zur Humanität dar, sondern lediglich den Eintritt in eine Epoche noch effizienterer Gewaltausübung. In den letzten zwei Minuten des Abspanns hören wir plötzlich Straßengeräusche des modernen New York und wissen: Wenn die Geschichte dieser Metropole eine der Gewalt und des Blutzolls ist, dann hat sie noch lange nicht ihr Ende gefunden, sondern wird weitergeschrieben. Jeden Tag. Heute.
film-dienst 2003-03: Martin Scorseses groß angelegter Versuch, die blutigen Bandenkriege im New York der Jahre 1846 bis 1863 als Beispiel für die gewalttätigen Ursprünge Amerikas (und vielleicht jeder Zivilisation) zu interpretieren. Der lange und überfrachtete Film enthält hervorragend inszenierte Sequenzen von archaischer Kraft, verzettelt sich aber in Detailverliebtheit und thematische Wiederholungen. Zudem ist der zentrale Konflikt zwischen dem Anführer einer Gang und dem auf Rache sinnenden Sohn eines seiner irischen Einwanderer-Opfers zu schematisch und voraussehbar, als dass der ausufernde Film in ihm auf Dauer ein genügend fesselndes Zentrum finden könnte.
Cinema 2003-03: Vielleicht hat Martin Scorsese zu lange an seinem Traumprojekt gearbeitet. Denn dem grandios ausgestatteten Epos über rivalisierende Banden im New York des 19. Jahrhunderts geht streckenweise die Puste aus.
Auszeichnungen
| N/W | Jahr | Kategorie | Name |
|---|---|---|---|
| nom | 2002 | Beste Kamera | Michael Ballhaus |
| nom | 2002 | Bester Ton | Tom Fleischman, Eugene Gearty, Ivan Sharrock |
| nom | 2002 | Bester Film | Alberto Grimaldi, Harvey Weinstein |
| nom | 2002 | Bester Song | Bono (Music & Lyrics), The Edge (Music & Lyrics), Adam Clayton (Music & Lyrics), Larry Mullen (Music & Lyrics) ("The Hands That Built America") |
| nom | 2002 | Bestes Originaldrehbuch | Jay Cocks (Screenplay), Steven Zaillian (Screenplay), Kenneth Lonergan (Screenplay) |
| nom | 2002 | Bester Schnitt | Thelma Schoonmaker |
| nom | 2002 | Beste Regie | Martin Scorsese |
| nom | 2002 | Bestes Kostümdesign | Sandy Powell |
| nom | 2002 | Bestes Szenenbild | Dante Ferretti (Art Direction), Francesca Lo Schiavo (Set Decoration) |
| nom | 2002 | Bester Hauptdarsteller | Daniel Day-Lewis |
Produktion
Alberto Grimaldi, Harvey Weinstein für Initial Entertainment Group, Miramax Films
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