Familienbilder
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: Der Film zeichnet das kühl-distanzierte, aber auch mit entlarvendem Humor entworfene Porträt einer entfremdeten Familie. Atom Egoyan integriert in die Handlung seiner Filme wesentliche Figuren, die nie real erscheinen, sondern nur auf Bildschirmen auftauchen, wodurch ein eigentümliches Gefühl von Entfremdung entsteht. Die nur auf Monitoren agierenden Personen stehen in seinen Filmen häufig für Erinnerungen und Identitätssuche. In "Familienbilder" sind Videoaufnahmen aus der Kindheit Vans einzige Erinnerung an seine verschwundene Mutter. Als er entdeckt, daß sein videobesessener Vater diese Bänder löscht, werden ihm Leere, Beziehungslosigkeit und emotionale Verstümmelung seiner Umgebung bewußt.
Bemerkungen
"Wir haben sehr festgelegte Vorstellungen vom Zusammenleben in der Familie. Und wann immer wir über Veränderungen nachdenken, sind es immer Veränderungen, die außerhalb unserer selbst und der Familie liegen. In der Realität würden wir einen Tausch der Identität niemals wollen, aber der Film spielt mit dieser extremen Situation", sagte Egoyan anläßlich der Aufführung bei den Berliner Filmfestspielen 1988.