Effi Briest (2009)

Aus Film-Lexikon.de

Filmdaten
Original -
Jahr/Land 2009 / Deutschland
Genre Drama
Kinostart 12. Februar 2009
Regie Hermine Huntgeburth
Drehbuch Volker Einrauch
Vorlage Theodor Fontanes Roman "Effi Briest" (1896)
Kamera Martin Langer
Schnitt Eva Schnare
Musik Johan Söderqvist
Länge 118 Minuten
Darsteller
Julia Jentsch Effi von Briest
Sebastian Koch Geert Freiherr von Innstetten
Misel Maticevic Major Crampas
Margarita Broich Roswitha
Barbara Auer Johanna
Juliane Köhler Frau von Briest
Thomas Thieme Herr von Briest
Rüdiger Vogler Apotheker Gieshübler

Kritiken

cinema.de: ... erscheint Hermine Huntgeburths Neuinterpretation des klassischen Stoffes geradezu undogmatisch. Ihr Film hält sich eng an die literarische Vorlage und entwickelt doch ein erstaunliches Eigenleben ... Hermine Huntgeburth ... sieht in Effi nicht das Opfer einer gnadenlosen Gesellschaft, sondern eine freiheitsliebende Frau, die selbstbewusst ihren Weg geht. Das macht sie auch im Jahr 2009 zu einem Kind ihrer Zeit ...

kino-zeit.de: Die kühl-taxierende Erzählweise Fontanes verliert sich im Dickicht der großen Bilder und noch größeren Gefühle. Subtil ist hier kaum etwas, alles atmet die kalkulierte Wucht einer aufwändigen Inszenierung, die modern, frisch und neuartig sein will. Ein Unternehmen, das zwar durchaus gelingt, das zugleich aber das Spezifische der Vorlage zu sehr in den Hintergrund drängt.

filmsprung.ch: Die moderne "Effi Briest" entfernt sich hauptsächlich durch die Liebesszenen von der Vorlage, erlaubt sich aber auch ein optimistischeres Ende, das wiederum eher dem wirklichen Vorfall entspricht, den Fontane zu seinem Roman inspiriert hatte. Die Musik drängt sich zwar bisweilen zu stark in den Vordergrund, und die Kameraarbeit ist nicht ganz so stilsicher wie bei den britischen Vorbildern. Dafür strahlen die abbröckelnden Hausfassaden und die dreckigen Landstrassen einen authentischen Charme aus. Da zudem die Tonlage sehr gut getroffen wird, lohnt sich diese "Effi Briest" allemal.

Bemerkungen

Fontane wollte mit seinem Roman gesellschaftliche Missstände kritisieren. Anders als in der Buchvorlage gerät Effi im Film nach der Aufdeckung der Affäre nicht nicht ins soziale Aus und geht daran zugrunde, sondern nimmt selbstständig und modern ihr Leben in die Hand.

Der Stoff wurde bereits mehrfach verfilmt – unter anderem von Rainer Werner Fassbinder 1974 mit Hanna Schygulla in der Hauptrolle und von Gustaf Gründgens 1939 unter dem Titel "Der Schritt vom Wege".

Produktion

Günter Rohrbach

Kommentare

Betsy
12.04.2011 - 23:07
tgPaoh That's the best answer of all time! JMHO
  



 

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Kommentare

Betsy am 12.04.11
tgPaoh That's the best answer of...