Die erste Frau im Regie-Olymp: Kathryn Bigelow wird 60

Aus Film-Lexikon.de

1. Dezember 2011  |  Kommentare: 2

2010 schrieb Kathryn Bigelow Filmgeschichte: Als erste Frau wurde sie in der über achtzigjährigen Oscar-Geschichte mit dem Academy Award für die beste Regie ausgezeichnet. Diese Woche wurde Bigelow sechzig Jahre alt, Zeit für eine kleine Würdigung.

Als am 07.03.2010 ausgerechnet Barbra Streisand die Bühne betrat, um den Oscar für die beste Regie zu präsentieren, konnte man bereits ahnen, dass etwas Besonderes geschehen wird. Schließlich war die als engagierte Feministin bekannte Streisand in der Vergangenheit bei den Nominierungen für die beste Regie mehrfach übergangen worden und hatte den anscheinend in Hollywood grassierenden Sexismus für diese Tatsache verantwortlich gemacht.

Ganz falsch liegt Streisand damit sicher nicht, Bigelow ist in der langen Historie des Oscars schließlich erst die vierte Regisseurin, die für den wichtigsten Filmpreis der Welt nominiert wurde. Lina Wertmüller (1976 für "Sieben Schönheiten), Jane Campion (Das Piano 1993) und Sofia Coppola (Lost in Translation 2003) gingen allesamt leer aus. Mit den Worten "Well, the Time has come" verkündete Streisand dann den Triumph von Bigelow für die Inszenierung des Irakkriegs-Dramas Tödliches Kommando.

Kathryn Bigelow war zunächst als Malerin tätig, einen Weg, den schon viele große Filmemacher wie Akira Kurosawa oder David Lynch gegangen sind. Anschließend studierte sie an der renommierten Columbia University in New York Film. Zu Beginn ihrer Filmkarriere war Bigelow, der man ihr Alter wahrlich nicht ansieht, auch als Schauspielerin tätig, so für den radikal feministischen Science-Fiction-Film "Born In Flames". In ihren eigenen Filmen verfolgt Bigelow hingegen keinen betont feministischen Standpunkt, nur in Blue Steel findet sich eine weibliche Hauptfigur.

Die aus feministischer Sicht singuläre Leistung Bigelows liegt woanders: Die Filmemacherin etablierte sich in einer traditionellen Männerdomäne: Sie wurde zu der ersten und einzigen Frau, die bedeutende Action- und Kriegsfilme gedreht hat, neben dem Oscar-gekürten Tödliches Kommando zum Beispiel Gefährliche Brandung und K-19: Showdown in der Tiefe. Zuletzt sorge Bigelow mit einem Thriller über die Jagd nach Osama Bin Laden für Schlagzeilen. Nach der Exekution des Top-Terroristen liegt das Projekt vorerst auf Eis.

Copyright Bild: The Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Kommentare

M.B.
04.01.2012 - 13:24
Mit Tödliches Kommando hat sie meiner Meinung nach einige ihre männlichen Kollegen klar abgehängt. Glückwunsch zum Geburtstag!
Vincent
01.12.2011 - 12:35
Gut, dass sie gewonnen hat. Ich habe befürchtet, dass ihr Ex-Mann, James Cameron für Avatar gewinnt.
  



 

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Kommentare

M.B. am 04.01.12
Mit Tödliches Kommando hat sie ...
Vincent am 01.12.11
Gut, dass sie gewonnen hat. Ich ...