Die European Film Awards: Der europäische Oscar

Aus Film-Lexikon.de

10. November 2011  |  Kommentare: 0

Sie gelten als das europäische Pendant zu den Oscars: die European Film Awards, die am 3. Dezember 2011 in Berlin zum 24. Mal vergeben werden. Die Preise werden von der European Film Academy vergeben, die analog zu der für die Oscars zuständigen Academy of Motion Picture Arts and Sciences aufgebaut ist: Auch die europäische Akademie rekrutiert sich direkt aus den Filmschaffenden selbst.

Dieses Jahr sind stolze 2.500 Mitglieder aus den verschiedensten Sparten wie Schauspiel, Kamera oder Schnitt registriert, amtierender Präsident ist übrigens der deutsche Filmemacher Wim Wenders. Der wichtigste europäische Filmpreis wird also nicht von Kritikern oder einer kleinen Jury vergeben, sondern basisdemokratisch von der Branche selbst.

In der öffentlichen Wahrnehmung steht der European Film Award allerdings noch im Schatten des amerikanischen Vorbilds und der glamouröseren europäischen Filmfestivals von Cannes, Berlin und Venedig.

Zeitlich bewegen sich die European Film Awards in einer seltsamen Zwischenstellung zwischen zwei Oscar-Verleihungen. Während die Oscars die Filme eines vollständigen Kalenderjahrs berücksichtigen, können bei den European Film Awards alle europäischen Produktionen nominiert werden, die in dem Zeitraum ab dem 1. Juli des vorangegangen Jahres in europäischen Kinos liefen.

Ein daraus resultierendes Problem im Verhältnis zum großen amerikanischen Bruder lässt sich an den diesjährigen Nominierungen ablesen: Im Rennen um den "Besten Film" ist unter anderem der letztjährige Oscar-Abräumer The King's Speech (Szenenfoto links) sowie der Oscar-Gewinner für den "besten nicht-englischsprachigen Film" In einer besseren Welt, aber auch "The Artist", der als einer der großen Favoriten für die nächsten Oscars gilt.

Die Akademie-Mitglieder müssen sich nun entscheiden: Sollen sie sich in ihrer Wahl der Oscar-Academy anschließen und somit nur eine Art Nachklapp der Oscars darstellen oder selbst ein Zeichen setzen? Eine eigene Duftmarke ist schon gesetzt: The King's Speech-Regisseur Tom Hooper, bei den Oscars noch als bester Regisseur ausgezeichnet, ist in Europa nicht einmal nominiert.

Copyright Bild: Senator

  



 

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