Die Dolmetscherin
Aus Film-Lexikon.de
|
|
Kritiken
Dirk Jasper: Regisseur Sydney Pollack ('Jenseits von Afrika') und die Erfolgsproduzenten Tim Bevan und Eric Fellner gönnen ihrem Publikum keine Atempause: Die Dolmetscherin ist knallharter politischer Zündstoff mit Starbesetzung! Superstar Sean Penn ermittelt zusammen mit Oscarpreisträgerin Nicole Kidman in einem mysteriösen Mordfall: Das erste Mal gemeinsam vor der Kamera!
Angelika Piller (Rhein-Zeitung 22. April 2005): Sydney Pollack ist nach einigen Misserfolgen endlich wieder als Regisseur - und auch in einer kleinen Nebenrolle - auf die Leinwand zurückgekehrt. Und wie sehr der Schöpfer des Meilensteins "Die drei Tage des Condor" (1975) sein Thriller-Handwerk noch beherrscht, beweist er mit seinem straff und schnörkellos inszenierten Film Die Dolmetscherin, den er als erster Regisseur an Originalschauplätzen im Gebäude der Vereinten Nationen verwirklichen konnte. Sydney Pollack verzichtet auf gekünstelte visuelle Effekte ebenso wie auf laute Schießereien und krachende Verfolgungsjagden. Ein Höhepunkt ist eine handwerklich perfekte Parallelmontage, die alle Protagonisten zusammenzieht und so dem Zuschauer näher bringt - das ist selten in einem Film dieser Gattung. Die Art der Inszenierung mag konventionell sein, in ihrer handwerklichen Tradition ist sie indes wohltuender als manch anderes aufgeblasenes Film-Spektakel. Die Geschichte ist ohne viel Informationsballast entwickelt und bleibt schnell und geradlinig. Mag es manchmal nicht ganz schlüssig sein, das Fehlen von Längen und die beiden von den Oscar-Preisträgern Nicole Kidman und Sean Penn hervorragend gespielten Protagonisten garantieren spannende und im derzeitigen Kino selten so gesehene Unterhaltung.
Martin Wolf (Spiegel Online 18. April 2005): Man merkt der Dolmetscherin an, dass insgesamt sechs Autoren am Drehbuch herumgedoktert haben. Das Ergebnis ist - wie viele Uno-Resolutionen - ein fauler Kompromiss. Zwischen Krimi, Beziehungsdrama und gutgemeinter politischer Bildung verliert Die Dolmetscherin den Faden. Dafür leuchtet die Hauptdarstellerin umso mehr. Nicole Kidman, 37, sehe so jung aus wie lange nicht, schwärmte der Kritiker der Zeitschrift 'Variety' nach 120 Minuten Recherche im Kinosessel: Ihr Haar erinnerte ihn an "maisfarbene Fäden", und ihre Haut strahle wie "die Farbe des Mondes". Ob Zuschauer oder Statist: Wer bei diesem Anblick einschläft, ist selbst schuld.
Produktion
Tim Bevan, Eric Fellner, Kevin Misher