Das Goebbels-Experiment
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Dirk Jasper: Lutz Hachmeister (Regie, Buch) und Michael Kloft (Buch, Recherchen) zeigen erstmals in einer abendfüllenden Kino-Dokumentation, wie sich Joseph Goebbels von seinen Anfängen als radikaler „völkischer Sozialist“ bis zum Selbstmord mit Frau und Kindern ständig neu inszenierte und „erfand“. Der Film bringt den Zuschauern die Karriere eines modernen Medien-Politikers dabei auf ungewöhnliche Weise nahe - verzichtet wird auf jeden Kommentar; nur Joseph Goebbels selbst spricht aus seinen Tagebüchern, die er von 1924 – 1945 ununterbrochen und exzessiv führte. Es entsteht so das faszinierende Psychogramm eines Mannes, der hochtourig zwischen Weltschmerz, Wehleidigkeit, Vernichtungswut und politischer Extase hin- und herschwankte.
film-dienst 08/2005: Obwohl der Film eine Fülle selten, teilweise auch unbekannter Archivaufnahmen zugänglich macht, wird er seinem Thema nicht gerecht. Die Aufbereitung tendiert zu sehr Richtung Fernsehkonventionen, wobei die sonore Stimme des Schauspielers Udo Samel, aber auch die unentwegt raunende Musik das behauptete Wagnis torpedieren. Nur selten stellen sich assoziative Freiräume ein.
Angelika Rausch (Rhein-Zeitung 15. April 2005): Michael Kloft montiert zum großen Teil bislang erstaunlicherweise unveröffentlichtes Bildmaterial und Passagen aus den Tagebüchern des Propagandaministers zu einem facettenreichen und entlarvenden Porträt des radikalen 'völkischen Sozialisten'.
Produktion
Lutz Hachmeister für HMR Produktion / Spiegel TV / ZDF / BBC Storyville