Conan, der Barbar 2.0

Aus Film-Lexikon.de

7. September 2011  |  Kommentare: 0

Originelle Filmideen scheinen in Hollywood im Moment Mangelware zu sein. Jedenfalls legt die Flut von Sequels (Cars 2, Kung Fu Panda 2), Prequels (Planet der Affen: Prevolution) oder der x-ten Neuverfilmung eines Romanklassikers (Die drei Musketiere) in den letzten Monaten einen solchen Schluss nahe. Warner Bros. hat jetzt ganz tief im Fundus der Populärkultur gegraben und eine Vorlage von 1932 zu Tage gefördert: Conan, der Barbar.

Der gebürtige Texaner Robert E. Howard veröffentlichte im Dezember 1932 eine erste Kurzgeschichte um den Barbaren Conan. Die Story erschien im legendären amerikanischen Pulp-Magazin "Weird Tales", in dem alles publiziert wurde, was man in Deutschland früher Schundliteratur nannte: Heldengeschichten, Horror und Science-Fiction.

1981 startete in den Kinos eine erste Verfilmung des Stoffes: Conan, der Barbar mit Arnold Schwarzenegger in seiner ersten großen Rolle genießt längst Kultstatus. Die Neuverfilmung Conan (3D) orientiert sich allerdings nicht an diesem Film, sondern an allen Ausprägungen der Popkultur-Ikone Conan, die unter anderem auch in einer Comic-Reihe von Marvel Ausdruck fand.

Robert E. Howards "Conan der Cimmerier", der 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung im fiktiven Hyborischen Zeitalter lebt, ist ein langhaariger, muskelbepackter Barbar, der mit einem gigantischen Schwert bewaffnet allerhand Abenteuer erlebt, bei denen es eher aufs Handeln als aufs Denken ankommt. Für seinen exzentrischen Erfinder, der das ländliche Texas vor seinem Selbstmord mit 30 Jahren nur ungern verließ, ist Conan der positive Gegenentwurf zu einer degenerierten, verlogenen Zivilisation.

Der Regisseur der Neuverfilmung, der gebürtige Frankfurter Marcus Nispel – durch die Inszenierung der Remakes Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre und Freitag, der 13. so etwas wie ein Spezialist für Neuverfilmungen – war von dem barbarischen Ton der Vorlage begeistert, da sie für ihn ein notwendiges Gegengewicht zur vorherrschenden Political Correctness darstellt.

Damit begibt der Film sich auf dünnes Eis, denn bereits dem ersten Conan-Film von Macho-Regisseur John Milius – sein Filmteam sprach ihn gerne mit "Sturmbannführer" an – wurde vorgeworfen, faschistische, rassistische und sexistische Töne anzustimmen.

Copyright Bild: Warner Bros.

  



 

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