Chronik der laufenden Ereignisse
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Fernsehen und Film Mai 1971: Handkes Film ist ein politischer Film, wenn er auch nichts von der Gradlinigkeit eines Agitationsfilms hat. Er zeigt auf eine spontane und manchmal etwas verspielte Weise eine Auseinandersetzung, die beinahe, könnte man sagen, in der Grammatik der Bilder und Worte sichtbar wird, den Kampf zwischen wirklichen Interessen und den einfachen Worten und Handlungen, die sie ausdrücken, und den Vertretern fremder Interessen und ihren Verschleierungs- und Unterdrückungsversuchen. Die Fronten sind klar.
Abendzeitung München 12. Mai 1971: Peter Handke hat einen elitären Film gemacht, aber man hatte Spaß dabei. Die boshafte Kritik an laufenden Ereignissen war auf die Assoziationen des Zuschauers ausgerichtet. Das Vergnügen entstand aus der Ergänzungsmöglichkeit der angebotenen Bilder und Texte. Jeder konnte sich seinen eigenen Film machen. Mit sprachlichem und filmischem Witz führte Handke Verhaltensweisen und gesellschaftliche Abläufe vor. Ein differenziertes Vergnügen, das keine Sekunde gestört wurde.
Wim Wenders: Chronik der laufenden Ereignisse. Die späten sechziger Jahre sind darin dokumentiert, mit Distanz und Ironie, wie kaum in einem anderen Film aus Deutschland.
Bemerkungen
Fernsehspiel. Hier wird gezeigt, wie das Fernsehen selbst, für das der Film gedreht wurde, eine Chronik der laufenden Ereignisse ist. Bilder sind zu sehen, die man schon einmal irgendwo meint gesehen zu haben und die doch wiederum fremd aussehen und anders. Situationen werden gezeigt, die einem vertraut scheinen und die doch wiederum einen anderen Inhalt haben als den, der einem im Gedächtnis war. Über Dinge wird geredet, über die man schon einmal hat reden hören und die sich doch wiederum neu darstellen, als sei so über sie noch nie geredet worden.