Candy - Reise der Engel
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
Filmbewertungsstelle: Beinahe dokumentarisch kommt dieser australische Spielfilm daher, was vor allem der großen darstellerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller geschuldet ist, aber auch der sicheren Führung der Nebenrollen, die der Ambivalenz der Gefühle und der Vielschichtigkeit der Probleme der Hauptdarsteller ein sehr hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Tiefe geben. Die schnörkellose Kamera, das realistische Setting, die stellenweise beinahe dokumentarische Milieustudie und das sichere Gefühl für Timing ziehen den Zuschauer in den Bann dieser sehr persönlichen Geschichte, die trotzdem Raum für Universalität einzelner Aspekte der Geschichte lässt und dafür eine überzeugende visuelle Bildsprache findet. Es wird dem Zuschauer immer wieder zugemutet, am Leid der beiden Hauptdarsteller beinahe körperlich teilzuhaben, und dennoch gelingt es, keine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit zu verbreiten oder andererseits in ein Hollywood-gerechtes Happy End abzugleiten. "Candy" ist engagiertes, aufwühlendes, mitreißendes Kino auf höchstem Niveau.
Dirk Jasper FilmLexikon: Der gefeierte australische Theaterregisseur Neil Armfield erzählt in "Candy" die Geschichte einer tiefen, romantischen und leidenschaftlichen Liebe und einer Sucht, die sie fast zerstört. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Luke Davies und zeigt in drei Abschnitten die Reise der Liebenden Candy und Dan, vom "Himmel", hinab in die Realität, der "Erde", bis in die erbarmungslose Tiefe der "Hölle". Heath Ledger (Dan) und Abbie Cornish (Candy) beeindrucken als junges Paar, das sich in seiner Leidenschaft und seiner Drogensucht verliert und beinahe davon zerstört wird. Abbie Cornish gelingt es ohne falsche Sentimentalität, das Portrait einer jungen Künstlerin zu zeichnen, deren Lust auf das berauschende Leben in einer Traumwelt sie bis an den äußersten Rand der Drogensucht bringt. Heath Ledger verleiht Dan einen unschuldigen Optimismus, der aber zu schwach ist, um den Weg aus der Abhängigkeit heraus zu finden. "Candy" beschreibt zwar auch die üblichen Probleme der Sucht, wie Beschaffungskriminalität, Prostitution und Probleme mit der Familie, zentral bleibt jedoch die Liebe von Dan und Candy und der langsame Verfall des anfänglichen Glücks. Der australische Ausnahmeschauspieler Geoffrey Rush brilliert in der Rolle von Candys und Dans Mentor und Freund, Casper. Seine Rolle wurde extra für den Film vergrößert und ihm auf den Leib geschrieben. "Candy" ist keine gewöhnliche Liebesgeschichte und keine gewöhnliche Tragödie", sagte Neil Armfield über seinen Film. "Sie ist eine Parabel auf die Liebe, eine Liebe, die Gefahr läuft, sich selbst zu verzehren."
Bemerkungen
Erste Aufführung: 25. Mai 2006
Produktion
Margaret Fink, Emile Sherman