Alois Nebel

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    Herbst 1989. Alois Nebel ist Fahrdienstleiter an einem kleinen Bahnhof in Bílý Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakisch-polnischen Grenze, dem früheren Sudetenland. Das einzige Hobby des Einzelgängers ist das Sammeln alter Fahrpläne.

    Doch wenn sich der Nebel über die Bahnstation legt, sieht Alois Züge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas: dem Zweiten Weltkrieg, der Vertreibung der Deutschen, der sowjetischen Besatzung. Alois Nebel wird diese Alpträume nicht los und endet schließlich in einer Nervenheilanstalt. Dort lernt er „den Stummen“ kennen, der bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren, verhaftet worden ist. Dieser wird zum unfreiwilligen Auslöser für Alois’ Entschluss, den Kampf gegen die Dämonen aufzunehmen, die ihn nächtlich heimsuchen.

    Er macht sich auf den Weg und findet Freunde, eine Geliebte und Weggefährten. Langsam erwacht Alois Nebel aus dem Albtraum der Vergangenheit und sieht in die Zukunft mit klarem Blick.




    Filmstab

    Regie Tomás Luňák
    Drehbuch Jaroslav Rudis, Jaromír 99
    Vorlage Graphic Novel „Alois Nebel“ von Jaromír 99
    Kamera Jan Baset Strítezký
    Schnitt Petr Ríha
    Musik Petr Kruzík, Ondrej Jezek
    Produktion Pavel Strnad, Thanassis Karathanos, Karl Baumgartner (Pallas Film), Henrich Drziak (Tobogang), Jaroslav Kucera (Ceská televize), Vít Komrzý (UPP)

    Kritiken

    www.filmstarts.de: Katharina Granzin: „Alois Nebel“ ist ein technisch brillanter Animationsfilm über ein brisantes geschichtliches Thema: die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus dem tschechischen Sudetenland. Erzählerisch ist Regisseur Tomás Lunák zwar nicht immer auf der Höhe seines komplexen Themas, aber das Ergebnis ist trotzdem unbedingt sehenswert.

    www.programmkino.de: Caren Pfeil: Der Europäische Filmpreis ist nur einer der Preise, den der Film bereits abgeräumt hat, denn dieses ästhetische Experiment setzt Maßstäbe auch darin, wie unsere überforderten Sinne entlastet und der Blick geschult wird für die absichtsvollen Feinheiten. Mit einem Wort: Großartig!

    www.kino-zeit.de: Joachim Kurz: Aufgebaut wie ein klassischer Film noir kombiniert Alois Nebel Atmosphäre, Stil und Anliegen zu einem Gesamtkunstwerk, das durchaus in der gleichen Liga spielt wie Waltz with Bashir und andere Filme aus dem Bereich des animierten Films fernab von Hollywoods Reduzierung auf bloßes family entertainment.