Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika

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    1949 - Albert Schweitzer ist dank seiner Philosophie der "Ehrfurcht vor dem Leben", die er in seinem Urwald-Hospital im afrikanischen Lambarene verwirklicht, einer der am meisten bewunderten Menschen der Welt. Als er zusammen mit seiner Frau Helene die Vereinigten Staaten besucht, um mit Konzerten und Vorträgen Spenden für Lambarene zu sammeln, schlägt ihnen anfangs eine Welle der Sympathie und großzügigen Unterstützung entgegen. Doch im Amerika des Kalten Krieges und der McCarthyÄra tauchen zunehmend Feindseligkeiten gegen Albert Schweitzer auf. Schweitzer ist mit Albert Einstein befreundet, der ihn bittet ihn in seinem Kampf gegen die Atomgefahr zu unterstützen. Für den US-Geheimdienst wäre dies ein Angriff auf die Politik der westlichen Welt. Deshalb soll eine gezielt lancierte Verleumdungskampagne das Lebenswerk von Albert Schweitzer in Misskredit bringen. Schweitzer muss umgehend nach Afrika zurückkehren: Seinem Krankenhaus droht urplötzlich die Schließung durch die sogenannte Übergangsregierung dort und Sabotageakte gefährden die Versorgung der Kranken. Unterstützt von seinen Ärzten und getragen von der Liebe seiner Patienten nimmt Schweitzer den Kampf zur Rettung von Lambarene auf. Doch während der Druck auf seine Person wächst, wird Schweitzer zunehmend klar, dass er Einstein und alle anderen Wissenschaftler, die sich mit ihrem Engagement in Gefahr bringen, nicht im Stich lassen kann und will. In seinem Ringen um die Verantwortung für Lambarene einerseits und die Verpflichtung, die Welt vor einer der größten Gefahren zu warnen andererseits, entscheidet sich Schweitzer schließlich dafür, seine Stimme gegen die Atomgefahr und für die "Ehrfurcht vor dem Leben" zu erheben - und bringt somit Lambarene, sein Lebenswerk, endgültig in Gefahr. Doch im letzten Moment, als die Räumung des Krankenhauses bereits ihren Anfang nimmt, erfährt Schweitzer in seiner schwärzesten Stunde ungeahnten Beistand.



    Filmstab

    Regie Gavin Millar
    Drehbuch David Howard
    Vorlage James Brabazon
    Kamera Cinders Forshaw
    Schnitt Oli Weiss
    Musik Colin Towns
    Produktion Alexander Thies

    Darsteller

    Rhena Schweitzer Jeanette Hain
    Albert Schweitzer Jeroen Krabbé
    Helene Schweitzer Barbara Hershey
    Thérèse Bourdin Judith Godrèche
    Phil Figgis Samuel West
    Dr. David Fuller Jonathan Firth

    Kritiken

    kino.de: Die deutsch-südafrikanische Koproduktion entstand unter der Regie von Gavin Millar und konzentriert sich als historisches Drama auf einen Ausschnitt aus dem Leben des idealistischen Hoffnungsträgers Albert Schweitzer. Der Film beleuchtet neben den biografischen Ereignissen auch den Kontrast zwischen der Ursprünglichkeit des Urwaldes und den teilweise grotesken Geschehnissen im Zivilisationsalltag. In der Hauptrolle überzeugt Jeroen Krabbé, der es versteht hinter den Mythos zu blicken und den Menschen Schweitzer erfahrbar zu machen.