Achterbahn (2009)
Aus Film-Lexikon.de
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Kritiken
kino.de: Die Story hinter der Zeitungsmeldung hätte kein Drehbuchautor dramatischer erfinden können. Mit untrüglichem Gespür für erstaunliche Entdeckungen porträtiert Peter Dörfler, der schon mit "Der Panzerknacker" faszinierte, die Familie Witte und ihren Leidensweg. Das Auf und Ab des Rummelplatz-Unternehmers Norbert Witte, seiner Frau Pia, Tochter Sabrina und Sohn Marcel präsentiert Dörfler nicht nur sehr differenziert, sondern auch so spannend wie einen Spielfilm - gespickt mit dramatischen Wendungen und tragischen Helden. Dass dem keine Fiktion, sondern Fakten zugrunde liegen, steigert nur den Reiz des dramaturgisch geschickten Films.
vanityfair.de: "Achterbahn" ist die ebenso respektvoll wie schonungslos erzählte Geschichte von einem, der immer ganz groß rauskommen wollte, einem Mann mit Visionen und unbändiger Energie, einem rundlichen Kerl mit Schnäuzer und kindlich leuchtenden Augen, von einem, der sich weder durch Wände noch durch Einwände aufhalten lässt. Und der zum Schluss vollkommen und grandios gescheitert ist, ohne deswegen aufzugeben.
"Achterbahn" ist ein dokumentarischer Glücksfall. Dörfler nähert sich seinem Gegenstand mit Zuneigung und Sorgfalt; aus zahlreichen Puzzlesteinen, zu denen vor allem die Gespräche mit Wittes Exfrau, seiner Tochter, seinen Weggefährten und nicht zuletzt Norbert Witte selbst gehören, entsteht ein packendes Stück Zeitgeschichte.
zdf.de: Ein Film, der neben der Unglaublichkeit der Geschichte vor allem von seinen Persönlichkeiten lebt. ... Dazu kommen teils zauberhafte Aufnahmen von umgestürzten Sauriern im "Plänterwald", von in die Jahre gekommenen, romantisch vor sich hin alternden Vergnügungsgerätschaften oder auch Achterbahnfahrten im Dunkeln.
Bemerkungen
Der gebürtige Hamburger Norbert Witte schrieb zu Beginn des Millenniums deutschlandweit Schlagzeilen, als er den Berliner Spreepark im Treptower Plänterwald mit 15 Millionen Euro in die Kreide ritt und eine satte Schlange von 160 Gläubigern aufreihte. Seine Flucht nach Peru, den Einstieg ins Drogengeschäft und die Verhaftung von Sohn Marcel bilden den Stoff des Dokumentarfilms "Achterbahn" von Peter Dörfler. Seine erste eigenständige Regiearbeit wurde in der diesjährigen Berlinale in der Sektion Perspektive Deutsches Kino gezeigt und ist unter den zwölf langen und kurzen Beiträgen der Reihe Perspektive Deutsches Kino unbestitten das Highlight.
Produktion
Benny Drechsel, Karsten Stöter, Kurt Otterbacher für Rohfilm und Strandfilm