Abenteuerfilm

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    Der Abenteuerfilm ist eines der offensten Genres überhaupt. Er kann in den verschiedensten Epochen und in den verschiedensten Ländern spielen, nur an einem "Ort" nicht: im Alltag. Denn im Abenteuerfilm geht es noch mehr als in verwandten Genres darum, den Zuschauer aus seinem grauen Alltag zu befreien, ihn an Orte zu führen, die er sonst nie betreten würde, und ihn dort Abenteuer erleben zu lassen, in die er sich im wahren Leben niemals wagen würde.

    Der Abenteuerfilm erzählt in seiner klassischen Form von einem Helden, der aus seinem Alltag in die Fremde hinauszieht, um eine Aufgabe zu erfüllen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er mit der Unterstützung von Helferfiguren verschiedene Gefahren überwinden und sich dem Bösen stellen. Der Held wächst mit seinen Aufgaben und kehrt am Ende triumphal und gestärkt nach Hause zurück.

    Dieses Grundmuster, die so genannte Heldenreise, liegt nahezu allen Mythen, Sagen und Legenden zugrunde, aber auch der Abenteuerliteratur des 19. Jahrhunderts (z.B. Jules Verne) und den Abenteuerfilmen, die davon inspiriert wurden. Da die Heldenreise immer nach demselben Modell funktioniert, wird in der Forschung angenommen, dass sie ur-menschliche Bedürfnisse ausdrückt und den Lebensprozess eines jeden Individuums repräsentiert.

    Typische Motive und Stilmittel

    Innerhalb des Abenteuergenres gibt es verschiedene, immer wiederkehrende Beweggründe, die eine Heldenreise auslösen können. Ihnen allen gemeinsam ist, dass es sich bei dem Abenteuer um ein zeitlich begrenztes Projekt handelt.

    Motive

    Ein typisches Motiv ist zum Beispiel die Schatzsuche. In etlichen Ritterfilmen rund um die Artussage steht die Suche nach dem heiligen Gral im Mittelpunkt - übrigens auch in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989). In Der Schatz der Sierra Madre (1948) steht das Zielobjekt des Abenteuers schon im Titel.

    Ein weiterer Beweggrund für ein Abenteuer ist der Entdeckergeist, der den Abenteurer in die Ferne treibt, so in 1492 - Die Eroberung des Paradieses (1992) über die Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus. Manchmal kann auch einfach nur eine Wette hinter dem Auszug stehen wie in In 80 Tagen um die Welt (1956).

    Die abenteuerliche Reise muss aber nicht immer aus freiem Willen unternommen werden, sie kann dem Helden auch auferlegt werden. Dabei geht es oft um durchschnittliche Menschen, die unverschuldet in eine herausfordernde Situation gelangen - wie die Insassen eines abgestürzten Flugzeuges in Der Flug des Phoenix (1965). In diesem Kontext stehen auch Fluchtgeschichten wie Nicht ohne meine Tochter (1991), in der eine amerikanische Frau mit ihrem Kind vor ihrem gewalttätigen Ehemann aus dem Iran flieht.

    Die klassischen Abenteuerfilme funktionieren nach einer Doppelstruktur, die das äußere Abenteuer mit innerlichen Vorgängen verbindet. Am deutlichsten zeigt sich das im Motiv der Liebe: Indem der Held die Abenteuer besteht und seine Aufgabe erfüllt, gewinnt er auch das Herz einer Frau, die er während des Abenteuers kennen und lieben gelernt hat. Dieses Schema findet sich in zahlreichen Beispielen - von African Queen (1951) bis zu den Indiana Jones- Filmen.

    Abenteuerfilme spielen so gut wie nie in der Stadt oder, allgemeiner gesagt, nur selten im gewöhnlichen Erfahrungsraum der westlichen Zuschauer. Stattdessen geben exotische Sehnsuchtsorte wie Afrika oder die Karibik den Handlungsort ab und übernehmen dabei beinahe eine Hauptrolle - vor allem bei Abenteuerfilmen, die an unwirtlichen Orten spielen, in denen die Natur dem Menschen alles abverlangt: so etwa im Bergfilm (z.B. Die weiße Hölle vom Piz Palü (1929)) oder in Filmen, die größtenteils in der Wüste spielen wie Lawrence von Arabien (1962) oder Himmel über der Wüste (1990).

    Stilmittel

    Das wichtigste Stilmittel ist wegen der oben erwähnten Bedeutung der Schauplätze die Außenaufnahme. Nur ganz wenige Filme des Genres – zum Beispiel Haben und Nichthaben (1945) – spielen hauptsächlich in geschlossenen Räumen. In weiten Totalaufnahmen der Landschaft wird gezeigt, wie klein der Mensch gegen sie ist, und wie groß die Herausforderung, sie zu bezwingen.

    Auch konnte erst der Farbfilm dem Genre wirklich zu einem Durchbruch verhelfen. Exotische Länder und ferne Zeiten wirken erst durch ihre Buntheit wirklich interessant und abenteuerlich.

    Eng verwandt ist der Abenteuerfilm mit dem Action-Film. In beiden Genres dient die Handlung hauptsächlich dazu, den Protagonisten von einer spektakulären Kampf- oder Verfolgungssequenz in die nächste zu führen. Vor allem in den Mantel- und Degenfilmen wird die Akrobatik der Helden in einer Art Nummern-Revue ausgestellt, die Handlung wird immer wieder für Fechtszenen unterbrochen.


    Typische Figuren

    Der Abenteurer

    Der klassische Held des Abenteuerfilms ist eher ein Typus als ein wirklicher, tiefer Charakter. Die Figur wird nicht differenziert psychologisch ausgeleuchtet, sondern zeigt stabile Eigenschaften, die sich nicht im Reden zeigen, sondern im Handeln.

    Eine Entwicklung machen nur die eher alltäglichen Protagonisten der Heldenreise durch, der professionelle Abenteurer bleibt in seinem Wesen konstant. Dabei zeigt er sich immer stark, mutig und selbstbewusst. Von seinen Zielen und Anschauungen lässt er sich nicht abbringen. Er bleibt jedoch, wie der Held des Westerns, ein Einzelkämpfer, der sich überwinden muss, für die Gemeinschaft einzutreten. Er ist ein Grenzgänger und Vermittler zwischen den Kulturen – wie etwa in Hatari (1962) –, der gegenüber dem Fremden keine Vorurteile hat und die Sitten und Rituale der fremden Völker kennt, wie Indiana Jones.

    Der Swashbuckler

    Der berühmteste Spezialtypus des Abenteurers ist der sogenannte "Swashbuckler". Die Herkunft des Wortes ist umstritten, es bezeichnet aber so etwas wie Teufelskerl, Draufgänger oder auch Säbelrassler. Deshalb wird der Begriff im Jargon des Abenteuerfilms für alle positiven Hauptfiguren benutzt, die mit einem Säbel oder ähnlichen Waffen umgehen können: Zorro, Robin Hood oder die drei Musketiere. Der Swashbuckler kann in den verschiedensten Subgenres des Abenteuerfilms angetroffen werden, die in der Zeit vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert spielen. Aber auch moderne Helden wie Indiana Jones zeigen Züge dieses Typs. Wie der Abenteurer überhaupt ist der Swashbuckler ein standardisierter Typus, der draufgängerisch, aber auch verantwortungsvoll für das Gute kämpft und dabei großen Erfolg bei den Frauen hat.


    Subgenres

    Es gibt einige Genres, die das Flair des Abenteuerlichen hauptsächlich ihrem exotischen Setting und ihrer großen zeitlichen Entfernung der Handlung zu der amerikanischen und mitteleuropäischen Alltagserfahrung verdanken. Deshalb werden sie als Subgenre des Abenteuerfilms gewertet, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht immer viel mit den oben genannten Kriterien zu tun haben.

    Antikfilm

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    Der Antikfilm steht in der Mitte zwischen dem Historienfilm und dem Abenteuerfilm, er erzählt also abenteuerliche Geschichten aus vergangenen Zeiten, muss dabei aber nicht zwangsläufig historisch korrekt sein. Der Antikfilm bedient sich dabei aus den verschiedensten alten Quellen: von der Bibel bis zur römischen Geschichte.

    Vor allem das Alte Testament bietet dabei einen ergiebigen Fundus für abenteuerliche Stoffe, die in der Form einer Reise gestaltet sind: den Auszug der Juden aus Ägypten unter Moses in Die zehn Gebote (1956) etwa oder die Reise der Arche Noah in Die Bibel (1966).

    Auch in der Geschichte Roms lassen sich abenteuertaugliche Elemente finden - zum Beispiel die Verfolgung der Ur-Christen in Quo Vadis (1951), der Sklavenaufstand in Spartacus (1960) oder die Expedition der Römer nach Ägypten in Cleopatra (1963). Der berühmteste abenteuerliche Antikfilm ist sicherlich Ben Hur (1959). In diesem epischen Werk ist das Motiv der Reise zentral: Der Titelheld wird von seinem Gegner als Gefangener auf eine Galeere geschickt. Doch er entkommt und sinnt auf eine Rückkehr, um seine Familie wieder zu finden und Rache zu üben.

    Die Blütezeiten des Subgenres waren die Jahre zwischen 1912 und 1930 sowie zwischen 1950 und 1965. 2000 erlebte mit Gladiator ein Antikfilm einen überraschenden Erfolg, ein dauerhaftes Wiederaufleben des Subgenres blieb jedoch aus.

    Ritterfilm

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    Auch das Mittelalter ist für abenteuerliche Stoffe äußert geeignet. Bis heute gilt die Epoche als Sehnsuchtsort, an dem Heldentum in der Person der Ritter noch möglich war.

    Die Hochphase des Ritterfilms in Hollywood waren die 50er Jahre, die Zeit des Technicolors, das die bunte, exotische Welt der Ritter perfekt beschwören konnte.

    Unter den Filmen, die im Mittelalter spielen, ragen zwei Motive hervor, die abenteuerliche Qualitäten besitzen: Die Artussage und die Geschichten um Robin Hood. In den Geschichten rund um den sagenhaften König Artus steht die Suche nach dem heiligen Gral im Zentrum. Die Gralssuche trägt Züge der Heldenreise, bei der sich der suchende Ritter Tugenden erwirbt und Eigenschaften wie Demut demonstrieren muss. Ein anderer häufig verfilmter Schwerpunkt der Legenden aus dem Umkreis des Artus ist die Geschichte des Ritters Lanzelot, der sich in Artus Gemahlin verliebt und deswegen in einen Konflikt zwischen Loyalität zum König und persönlichen Gefühlen gerät.

    Das zweite Hauptmotiv der Ritterfilme ist die Legende von Robin Hood, der alle Züge eines Swashbuckler trägt. Robin Hood bewegt sich außerhalb des Gesetzes, aber nur um von dieser Position aus die Armen und Unterdrückten zu unterstützen. Sobald eine gerechte Gesellschaftsordnung hergestellt ist, gibt Robin Hood sein Dasein als Gesetzloser wieder auf. Die Geschichte des Robin Hood ist einer der meistverfilmten Stoffe der Filmgeschichte. Die Adaptionen reichen von dem Klassiker Robin Hood, König der Vagabunden von 1938 mit Errol Flynn in der Titelrolle über Robin und Marian (1976) mit Sean Connery als gealtertem Robin Hood bis zu der bisher letzten Verfilmung Robin Hood (2010) mit Russell Crowe.

    Einen Sonderfall stellen die japanischen Samuraifilme dar, die wie die Ritterfilme in der Zeit des europäischen Mittelalters spielen. In ihnen steht der strenge Ehrenkodex des japanischen Kriegerstandes im Mittelpunkt. In den Filmen des wichtigsten Regisseurs des Genres, Akira Kurosawa, ist die große Zeit der Samurai schon vorbei, die ehemals stolzen Krieger müssen ihren Platz in der veränderten Welt finden. Die Filme Kurosawas sind vom amerikanischen Western beeinflusst. Seine Werke wie Die sieben Samurai (1954) oder Yojimbo – Der Leibwächter (1961) inspirierten dann wiederum Western wie Die glorreichen Sieben (1960) und Für eine Handvoll Dollar (1964).

    Mantel- und Degenfilm

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    Der Mantel- und Degenfilm spielt in der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Damit ist sein Held, der Kavalier, der direkte zeitliche Nachfolger des mittelalterlichen Ritters. Im Gegensatz zu diesem aber geht es für den Kavalier nicht mehr hauptsächlich um christliche Ideale, er ist nur seinem Gewissen verpflichtet. Vom Ritter unterscheidet er sich zudem durch eine größere Sinnenfreudigkeit und einen zwangloseren, charmanten Umgang mit dem anderen Geschlecht.

    Aber auch der Kavalier kämpft mutig und tugendhaft wie der Ritter gegen Ungerechtigkeiten und Unterdrückung. Oft steht er auf der Seite von König und Vaterland, bleibt dabei aber wie der Held des Western immer ein Einzelgänger. Anders als der Ritter ist er jedoch im Kampf von der schweren Rüstung und dem Schwert befreit. Er trägt eben – wie der Titel des Subgenres schon verrät – Mantel und Degen. Die leichtere Ausrüstung ermöglicht den Filmemachern eine akrobatische und spektakuläre Gestaltung der Kampfszenen, die im Mantel- und Degenfilm absoluter Selbstzweck sind und mehrfach die Handlung unterbrechen.

    Die berühmteste Figur des Subgenres ist Zorro, der im von den Spaniern beherrschten Kalifornien des frühen 19. Jahrhunderts das Böse bekämpft. Tagsüber ist er ein unauffälliger Landedelmann, nachts tritt er unter der Maske des Zorro wie Robin Hood für die Unterdrückten ein. Die Tarnung und Verkleidung des Helden ist ein typisches Motiv des Mantel- und Degenfilms, wie zum Beispiel in Das scharlachrote Siegel (1934).

    Weitere berühmte Mantel- und Degenfilme sind Fanfan, der Husar (1952) und die zahlreichen Verfilmungen des klassischen Abenteuerromans Die drei Musketiere.

    Piratenfilm

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    Kein anderes Subgenre des Abenteuerfilms ist so weit entfernt vom Alltag wie der Piratenfilm, da er entweder komplett auf hoher See oder auf exotischen Inseln spielt. Anders als in den anderen Subgenres steht der Held des Piratenfilms völlig außerhalb der gesellschaftlichen Ordnung. Diese absolute Freiheit von allen Konventionen macht den Piraten zum Sinnbild von Weltflucht und damit besonders attraktiv als Filmfigur.

    Auch der Pirat ist ein typischer Swashbuckler, der nicht hinterhältig kämpft, sondern Mann gegen Mann mit dem Säbel. Meist kämpft der Pirat nicht ausschließlich um Gold, sondern eher um die Liebe einer Frau, die in vielen Filmen mit dem Gegenspieler des Piraten verbandelt ist - meist ein Vertreter der Staatsmacht oder ein verfeindeter Pirat. Auch aus diesem Grund dient der Pirat als romantische Projektionsfläche.

    Zu der positiven Identifikation des Zuschauers mit dem Piraten gehört auch, dass dieser meist kein von Grund auf böser Mensch ist, sondern durch widrige Umstände in ein Leben jenseits der Legalität gezwungen wurde und am Ende wieder in geordnete Verhältnisse zurückkehrt.

    Die Hochzeit des Piratenfilms endete bereits in den 50er Jahren. 2003 jedoch erschien mit Fluch der Karibik überraschend wieder ein Piratenfilm auf der Bildfläche - mit Johnny Depp als ungewöhnlichem Helden, der gleichzeitig eine Hommage an und Parodie der klassischen Piraten ist.


    Geschichte

    Klassische Phase

    Als klassische Phase des Abenteuerfilms lässt sich die Zeit zwischen den 20er und 50er Jahren bezeichnen, also die Zeit des klassischen Hollywood-Studiosystems.

    In dieser Phase entstanden hauptsächlich etliche maßgebende Swashbuckler-Filme aus den Subgenres Ritterfilm, Mantel- und Degenfilm sowie Piratenfilm. Getragen wurden diese Filme von einer kleinen Zahl von Superstars, die sich auf den Swashbuckler spezialisiert hatten - ein Rollenfach, das neben schauspielerischen Fähigkeiten Sportlichkeit und vor allem ein gutes Aussehen verlangte.

    Der erste Star dieses Formats war Douglas Fairbanks sr., der in der Stummfilmzeit unter anderem Zorro in Das Zeichen des Zorro (1920) verkörperte. Auf ihn folgte im Tonfilm der Frauenschwarm Errol Flynn als Robin Hood in Robin Hood, König der Vagabunden (1938) oder als Pirat in Unter Piratenflagge (1935).

    In ihre Fußstapfen traten später unter anderem Tyrone Power (Der Seeräuber (1943)) und Burt Lancaster (Der rote Korsar (1952)). Alle Figuren, die diese Schauspieler verkörperten, waren keine differenzierten Charaktere, sondern Idealtypen ohne Schwächen und Zweifel. Gemeinsam haben die Filme dieser Zeit aber auch, dass sie sich nicht zu ernst nehmen. Ihnen ist bewusst, dass sie primär dazu da sind, spektakuläre Kampfszenen in langen Totaleinstellungen vorzuführen.

    Anti-Abenteuerfilme

    Die unbeschwerten Helden der klassischen Abenteuerfilme wurden langsam von realistischeren, gebrochenen Figuren abgelöst. Die Swashbuckler traten ab, Abenteuerfilme mit alltäglichen Figuren, die keinem der klassischen Subgenres angehören, nahmen zu.

    Ein Meilenstein war 1948 der Film Der Schatz der Sierra Madre. Er erzählt von drei Verlierertypen, die sich zusammentun, um in den Bergen nach Gold zu graben. Die Gier hält jedoch Einzug unter ihnen, der Schatz geht schließlich verloren. Der Hauptdarsteller von Der Schatz der Sierra Madre, Humphrey Bogart, ist mit Filmen wie Haben und Nichthaben (1945) oder African Queen (1952) der prägende Schauspieler der Epoche der Anti-Abenteurer.

    Ein weiterer bedeutender Anti-Abenteuerfilm ist Lohn der Angst (1953), bei dem sich eine Gruppe abgebrannter Männer für den nahezu selbstmörderischen Auftrag melden, Lastwägen voller Nitroglyzerin zu transportieren.

    In den 70er Jahren folgten noch radikalere Abgesänge auf das Abenteuer an sich, vor allem Beim Sterben ist jeder der Erste (1972): Eine Gruppe von Großstädtern begibt sich auf einen "abenteuerlichen" Wochenendtrip im amerikanischen Hinterland, der zum Alptraum wird. Der deutsche Regisseur Werner Herzog zeigt mit seinem Lieblingsdarsteller Klaus Kinski besessene Typen, die größenwahnsinnige Projekte verfolgen, so in Aguirre, der Zorn Gottes (1972) oder Fitzcarraldo (1982).

    Analog zu den Spätwestern seit den 60er Jahren entstand außerdem auch eine Art Spät-Ritterfilm, der die Helden des Mittelalters kritisch reflektiert - wie Lancelot, Ritter der Königin (1974), Robin und Marian (1976) oder Excalibur (1981).

    Postmoderne

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    1981 wurde nach langer Durststrecke unerwartet wieder ein Abenteuerfilm zu einem Kassenschlager: Jäger des verlorenen Schatzes. Die von George Lucas erfundene und von Steven Spielberg in Szene gesetzte Figur des Indiana Jones wurde sofort zu einer Ikone: Bis heute folgten drei Fortsetzungen. Die Filme über den Archäologen und Grabräubern Indiana Jones sind von den klassischen Abenteuerfilmen inspiriert, aber mit Stilmitteln des zeitgenössischen Actionfilms kombiniert. Die Indiana-Jones-Reihe brachte einige Nachahmer mit sich, wie Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (1984) oder die Mumie-Reihe (1999-2008).

    Im 21. Jahrhundert hat sich vor allem der Regisseur Ridley Scott um Wiederbelebungsversuche klassischer Abenteuer-Subgenres verdient gemacht: Erneut aufgegriffen werden der Antikfilm mit Gladiator (2000), der Ritterfilm mit Königreich der Himmel - Kingdom of Heaven (2005) und das Robin-Hood-Motiv in Robin Hood (2010).


    Die Klassiker: 10 Abenteuerfilme, die man gesehen haben muss

    Robin Hood, König der Vagabunden (1938)

    Der Schatz der Sierra Madre (1948)

    Fanfan, der Husar (1952)

    Lohn der Angst (1953)

    Die sieben Samurai (1954)

    Ben Hur (1959)

    Lawrence von Arabien (1962)

    Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

    Jäger des verlorenen Schatzes (1981)

    Fluch der Karibik (2003)