9 to 5: Days in Porn

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    San Fernando Valley ist das Epizentrum der US-Unterhaltungsindustrie für Erwachsene. Billionen von Dollar werden hier mit Pornos verdient, mehr als in der Musikindustrie. Jens Hoffmann befragt in "9 to 5 – Days in Porn" die Menschen, die hinter diesem Sexgeschäft stehen. Wer sind sie, und was sind ihre Gründe, in diesem Metier zu arbeiten? Oder ist es etwa eine Lebenseinstellung?

    In der Struktur eines Episodenfilms werden zehn Geschichten gezeigt, das „normale“ Leben der Darsteller, ihre Hoffnungen und Träume. Die Beanspruchung bei dieser Art von „Performance“ fordert auf jeden Fall ihren Tribut; und eine kurze Zeit in diesem Geschäft kann alles bedeuten: Beginn oder Ende der Karriere oder des normalen Lebens.



    Filmstab

    Regie Jens Hoffmann
    Drehbuch Jens Hoffmann
    Kamera Jens Hoffmann
    Schnitt Christopher Klotz, Kai Schröter
    Musik Alex McGowan, Michael Meinl
    Produktion Cleonice Comino für Zorro Film

    Darsteller

    Michelle Sinclair
    Sascha Grey
    Audrey Hollander
    Jim Powers
    Katja Kassin

    Kritiken

    kino-zeit.de: Neben Mitchell sowie Stars und Sternchen der Branche, kommen Produzenten, Regisseure und Agenten wie Jim Powers, Johnni Darkko, John Stagliano und Mark Spiegler zu Wort. Dabei ist das, was sie sagen, häufig erwartbar und zeugt in manchen Fällen eher von einem gesunden Maß an Schönfärberei als von ausgeprägtem Realitätssinn. ... Viel interessanter und erhellender sind da schon die Bilder, die Jens Hoffmann findet. Und zwar nicht wegen ihrer Drastik und dem Voyeurismus, den sie bedienen. Vielmehr unterläuft der Regisseur und Kameramann Jens Hoffmann durch die Wahl der Bildausschnitte und Details immer wieder den "pornographischen Blick" und balanciert so gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Schaulust und Aufklärung.

    Augsburger Allgemeine: Sex sells - anders ist es nicht zu erklären, dass die Dokumentation „9 to 5 - Days in Porn“ auf Festivals Besucheranstürme ausgelöst haben soll. Regisseur Jens Hoffmann verspricht einen Blick hinter die Kulissen der amerikanischen Pornoindustrie. Anfangs verblüfft es auch, wie unverblümt die Akteure des Gewerbes über Sex in all seinen Spielarten sprechen. So etwas wie Sprachlosigkeit stellt sich ein, wenn Sasha Grey (21) erklärt, wie sie den Pornofilm revolutionieren will. Zur Mitte des Films wird es endgültig banal und langweilig wie in den hanebüchenen Geschichten von Sexfilmen: Das andere Leben der Produzenten, Manager und Darsteller besteht anscheinend daraus, an Tankstellen zu fahren. Die Rede über die Pornoindustrie wiederholt sich nur noch: Das sei ein Beruf, der von unangepassten Menschen ausgeübt werde. Schließlich endlose Einstellungen vom Sex-Dreh. Sex sells - mehr nicht.

    Montreal Gazette: Der Film gibt Einblick in eine Welt, die so noch nie auf Zelluloid gebannt wurde.