9 to 5: Days in Porn
Aus Film-Lexikon.de
|
|
Kritiken
kino-zeit.de: Neben Mitchell sowie Stars und Sternchen der Branche, kommen Produzenten, Regisseure und Agenten wie Jim Powers, Johnni Darkko, John Stagliano und Mark Spiegler zu Wort. Dabei ist das, was sie sagen, häufig erwartbar und zeugt in manchen Fällen eher von einem gesunden Maß an Schönfärberei als von ausgeprägtem Realitätssinn. ... Viel interessanter und erhellender sind da schon die Bilder, die Jens Hoffmann findet. Und zwar nicht wegen ihrer Drastik und dem Voyeurismus, den sie bedienen. Vielmehr unterläuft der Regisseur und Kameramann Jens Hoffmann durch die Wahl der Bildausschnitte und Details immer wieder den "pornographischen Blick" und balanciert so gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Schaulust und Aufklärung.
Augsburger Allgemeine: Sex sells - anders ist es nicht zu erklären, dass die Dokumentation „9 to 5 - Days in Porn“ auf Festivals Besucheranstürme ausgelöst haben soll. Regisseur Jens Hoffmann verspricht einen Blick hinter die Kulissen der amerikanischen Pornoindustrie. Anfangs verblüfft es auch, wie unverblümt die Akteure des Gewerbes über Sex in all seinen Spielarten sprechen. So etwas wie Sprachlosigkeit stellt sich ein, wenn Sasha Grey (21) erklärt, wie sie den Pornofilm revolutionieren will. Zur Mitte des Films wird es endgültig banal und langweilig wie in den hanebüchenen Geschichten von Sexfilmen: Das andere Leben der Produzenten, Manager und Darsteller besteht anscheinend daraus, an Tankstellen zu fahren. Die Rede über die Pornoindustrie wiederholt sich nur noch: Das sei ein Beruf, der von unangepassten Menschen ausgeübt werde. Schließlich endlose Einstellungen vom Sex-Dreh. Sex sells - mehr nicht.
Montreal Gazette: Der Film gibt Einblick in eine Welt, die so noch nie auf Zelluloid gebannt wurde.
Bemerkungen
Der ehemalige Extremsportler Jens Hoffmann hatte bereits 2003 die Idee, einen Dokumentarfilm über die Pornoindustrie zu drehen und begann 2005 zunächst, in Berlin und Prag zu recherchieren. Dann gelang es ihm jedoch, durch Marc Spiegler, einem bekannten Agenten im Business, und Darstellerin Belladonna erste Kontakte im San Fernando Valley, der größten Pornoindustrie der Welt, zu knüpfen, wo der Film schließlich auch gedreht wurde. Im fertigen Film werden elf Personen über einen Zeitraum von sieben Monaten bei ihrem Werdegang in der amerikanischen Sex-Traumfabrik verfolgt. Die Dokumentation löste bereits weltweit auf allen Filmfestivals Besucheranstürme und einen großen Pressehype aus und wurde für den Deutschen Kamerapreis nominiert.
Produktion
Cleonice Comino für Zorro Film