187 - Eine tödliche Zahl

    Aus Film-Lexikon.de



    Filmstab

    Regie Kevin Reynolds
    Drehbuch Scott Yagemann
    Kamera Ericson Core
    Schnitt Stephen Semel
    Musik Chris Couridas
    Produktion Bruce Davey, Stephen McEveety für Icon Entertainment

    Darsteller

    Trevor Garfield Samuel L. Jackson
    Dave Childress John Heard
    Ellen Henry Kelly Rowan
    Cesar Clifton Collins jr.
    Rita Karina Arroyave
    Stevie Middletown Jonah Rooney
    Benny Chacon Lobo Sebastian

    Kritiken

    Dirk Jasper: Nach den logistischen Kraftakten "Waterworld" und "Robin Hood - König der Diebe" richtet Regisseur Kevin Reynolds seinen Fokus auf ein explosiv-brisantes Großstadt-Drama, das thematisch und inhaltlich nicht aktueller und eindringlicher sein könnte. Mit einem entfesselt aufspielenden Samuel L. Jackson und genial-packenden Bildern versetzt Reynolds den Zuschauer mitten hinein in das Kriegsgebiet Schule. In diesem schmerzhaft-realistischen Schreckensszenario jenseits aller Hoffnung erzählt 187 die Geschichte eines Lehrers, der sich seiner Aufgabe mit grenzenlosem Idealismus stellt, seine Träume in einem bankrotten System wie Seifenblasen platzen sieht und zum Gegenangriff übergeht. Die unmittelbare Untergangsstimmung, eine Mischung aus latenter Aggression und Paranoia, wird präzise festgehalten von der innovativen Kameraarbeit von Ericson Core und einem Soundtrack, der die alltäglichen Überlebensängste sicher übersetzt.

    TV Movie 21/1997: New York in eisigem Blau. L. A. in flirrendem Orange: Mit eingefärbten, teils unscharfen und verwackelten Bildern suggeriert Regisseur Kevin Reynolds dem Zuschauer, die Spirale der Gewalt aus Trevors Perspektive mitzuerleiden. Der bleiern drohende TripHop-Sound (...) hypnotisiert zusätzlich. Faszinierend und verstörend zugleich. Nur das Finale schluckt man nicht: Zu sehr läßt der Drehbuchautor hier den Pädagogen raushängen.

    film-dienst 20/1997: Eine bittere, letztlich negative Bestandsaufnahme des US-amerikanischen Schulalltags, getragen von einere an Musikvideos angelehnten Ästhetik und effektiv eingesetzter Musik, deren Klischees der Film unreflektiert übernimmt. Der ambivalenten Darstellung der Lehrer steht eine Dämonisierung der Jugend gegenüber.